Inspiricon-Konzeptdokument

5 Tipps zum Verfassen eines Konzeptdokuments

Laut Duden ist ein Konzept ein „klar umrissener Plan, Programm für ein Vorhaben“. Aus dieser Definition können wir schließen, dass es sich bei einem Konzeptdokument um ein Dokument handelt, das die Zielsetzung eines Projekts bzw. die notwendigen Schritte zum Erreichen eines gewünschten Ergebnisses beschreibt.

Der Hauptzweck eines Konzeptdokuments liegt also darin, interessierten Kunden einen klaren Überblick über ein anstehendes Projekt zu verschaffen. Ein klares, prägnant formuliertes und leicht verständliches Konzept, das klar strukturiert ist und die Ideen umfassend darstellt, steigert die Chancen, dass das Projekt auch umgesetzt wird. Darüber hinaus wird so deutlich, dass das Konzeptdokument professionell und unter Mitwirkung aller Beteiligten erstellt wurde, wodurch wiederum die Aussichten auf zukünftige Projekte steigen.

1. Warum ist ein Konzeptdokument wichtig?

Es gibt kein „Patentrezept“ für ein perfektes Konzeptdokument. Struktur und Inhalt können sich je nach Zielsetzung des Projekts unterscheiden. Allem voran ist ein Konzeptdokument kurz und kann je nach Komplexität des beschriebenen Projekts zwischen 2 und 30 Seiten umfassen. Dabei geht es hauptsächlich darum, dem Leser alle notwendigen Informationen über das Projekt zu vermitteln.

2. Erscheinungsbild

Es ist wichtig, eine Vorlage zu erstellen, die auch für zukünftige Projekte verwendet werden kann. Der Vorlagenentwurf sollte den Designvorgaben anderer Unternehmensdokumente entsprechen und eine standardisierte Kopfzeile (idealerweise mit Unternehmenslogo und Seitenzahl) sowie eine Fußzeile mit Informationen zur Dokumentversion enthalten (z. B. 2.0, 2.1). Der Inhalt sollte auf der Seite klar angeordnet sein und die Formatierung über das gesamte Dokument hinweg einheitlich sein. Die Schriftart sollte leicht lesbar sein und einen Schriftgrad von mindestens 12 Punkt haben.

3. Wie sollte es aufgebaut sein?

Ein Konzeptdokument sollte übersichtlich strukturiert sein und detaillierte Informationen über das Projekt und seine Tragweite enthalten. Jedes Konzeptdokument sollte mit der Versionsnummer, einem Änderungsverzeichnis sowie dem Namen und der E-Mail-Adresse des Projektverantwortlichen eingeleitet werden.

Konzeptdokumente können natürlich für eine Vielzahl an Themen erstellt werden, aber wir möchten uns an dieser Stelle auf Projekte aus dem IT-Umfeld wie Web- oder Mobilanwendungen konzentrieren.

Die erste Seite sollte den Titel, die Versionsnummer sowie das Erstellungsdatum (dieses wird benötigt, um sicherzustellen, dass die Dokumentenversion auf dem neuesten Stand ist) des Dokuments beinhalten.

Wichtig ist auch ein Inhaltsverzeichnis, das sich insbesondere dann als äußerst nützlich erweist, wenn das Dokument umfangreicher ist und eine seitenweise Suche sich als zu zeitaufwändig gestalten würde.

Es enthält alle Informationen, die für den Projektstart erforderlich sind, so z. B. Einleitung, Übersicht, Architektur, Berechtigungen, Oberflächengestaltung (Aussehen), Voraussetzungen oder Verantwortlichkeiten.

4. Der Inhalt

Im nächsten Abschnitt fassen wir den Inhalt für jedes Kapitel kurz zusammen. Wir möchten das am Beispiel eines Konzeptdokuments für eine Mobilanwendung veranschaulichen.

Die Einleitung umfasst eine kurze Vorstellung des Konzeptdokuments sowie Informationen zur Zielsetzung des Dokuments (z. B Dieses Dokument beschreit das Anwendungskonzept.).

Die Übersicht gehört zu den wichtigsten Abschnitten im Dokument. Hier findet der Leser eine Zusammenfassung der zu entwickelnden App sowie Informationen zu den angestrebten Funktionen sowie einige Hinweise darauf, wie die App eingesetzt werden soll. Hier finden sich auch Informationen dazu, wie der Kunde von der App profitieren kann.

Im Abschnitt Architektur findet sich eine Skizze mit den unterschiedlichen Ebenen der App (z. B. wie Daten zwischen dem Frontend und dem Backend sowie der Mobilanwendung ausgetauscht werden).

Es ist wichtig, an dieser Stelle mit Mock-ups bzw. Diagrammen zu arbeiten, um möglichst viele Details zum gewünschten Ergebnis bereitzustellen. Diese Informationen sollten mit dem Erscheinungsbild des endgültigen Projekts übereinstimmen. Werden Änderungen am Produktdesign vorgenommen oder kommen neue Funktionen hinzu (z. B. neue Schaltflächen/Reiter in der App), sollte dies in eine aktualisierte Version des Konzepts aufgenommen werden.

Sollte die Apps mehrere Sichten anbieten, sollten diese der besseren Übersicht halber in eigenen Unterkapiteln behandelt werden, so zum Beispiel Anmeldebildschirm, Hauptbildschirm, Neuen Benutzer hinzufügen usw. Dabei sollte mindestens ein Mock-up für jeden Bildschirm aufgenommen werden.

Im nächsten Kapitel werden dann die Voraussetzungen beschrieben. Dabei handelt es sich um die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um die angestrebte Funktionalität der App zu gewährleisten. So kann für die Ausführung einer App zum Beispiel ein Server erforderlich sein, auf dem die Webanwendung gehostet wird, während die mobile Anwendung ein Smartphone mit mindestens Android 6.0 bzw. iOS 9.0 erforderlich ist. Diese Informationen werden vom Kunden benötigt, um einschätzen zu können, ob die ab durch seine bestehende Konfiguration unterstützt wird.

Im letzten Kapitel sollten dann die Zuständigkeiten definiert werden, die beiden Seiten zufallen. Hier wird festgelegt, was das entwickelnde Unternehmen bereitstellt (z. B. Benutzeroberfläche, Web-Hosting, Speicher usw.). So erhält auch der Kunde eine klare Aufstellung seiner eigenen Zuständigkeiten.

Die Endfassung des Dokuments muss unbedingt Korrektur gelesen werden, d. h. jemand, der das Dokument bisher noch nicht gelesen hat, sollten die Endfassung auf Fehler und Inkonsistenzen prüfen.

5. Wie geht Inspiricon vor?

Im Folgenden findest du eine Vorlage, wie Inspiricon sie verwendet. Weil ein Bild mehr sagt als tausend Worte, zeigen wir dir den Aufbau einer Inspiricon-Vorlage. Das Bild unten zeigt die erste Seite mit Titel, Versionsnummer und Datum sowie dem Inspiricon-Logo und einem Urheberrechtsvermerk.

Inspiricon-Titelseite

Abbildung 1: Beispiel der ersten Konzeptseite (Quelle: Inspiricon)

Im nächsten Bild findest du unser Inhaltsverzeichnis. Jedem Kapitel wird zur Gliederung eine fortlaufende Nummer zugeordnet (z. B. 1, 2 usw.) und jedes Unterkapitel erhält eine mit dem Hauptkapitel verbundene fortlaufende Nummer (z. B. 2.1, 5.2.3 usw.).

Inspiricon-inhaltsverzeichnis

Abbildung 2: Beispiel eines Inhaltsverzeichnisses für Konzeptdokumente (Quelle: Inspiricon)

Die nächste Seite enthält ein Verzeichnis, aus dem Änderungen an dem Dokument ersichtlich werden. Darin aufgeführt sind die Versionsnummer, das Änderungsdatum, der Name des Verfassers sowie bei Bedarf entsprechenden Notizen.

Abbildung 3: Beispiel einer Versionsgeschichte (Quelle: Inspiricon)

Das Verfassen eines Konzeptdokuments kann als Teamaufgabe angesehen werden, da alle Beteiligten (z. B. Architekten, Projektmanager, Entwickler usw.) mit Hinzufügungen oder Bestätigungen das Dokument komplettieren. Alle Mitwirkenden müssen bei der Erstellung eng zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die bereitgestellten Informationen so präzise wie möglich sind.

Fazit

Abschließend kann festgehalten werden, dass ein Konzeptdokument so klar wie möglich formuliert sein sollte und dabei die Mehrheit aller Fragen wie zum Beispiel „Um was für ein Produkt handelt es sich?“, „Wie profitiere ich davon?“ oder „Wie sieht es aus?“ beantwortet. Nach dem ersten Lesen des Dokuments sollten möglichst keine Unklarheiten mehr bestehen.

Autor dieses Beitrags
Răzvan Ciupei QA Manager
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E-Mail: cluj@inspiricon.de