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Die 4 Schritte zur Erstellung eines Universums - das Information Design Tool, Teil 2

Die 4 Schritte zur Erstellung eines Universums – das Information Design Tool Teil 2

Wir setzen unsere Reise zu einem Universum voller Daten fort und erkunden heute die Schritte, die uns ans Ziel führen. Im Kern umfassen diese:

  1. die Anlage eines neuen Projekts in IDT;
  2. die Herstellung einer Verbindung zwischen dem HANA-System und unserem Projekt im IDT (Information-Design-Tool);
  3. die Erstellung einer Datengrundlage und einer Business-Schicht;
  4. die Veröffentlichung in einem Repository.

Fangen wir damit an, einige Begrifflichkeiten zu klären, die für den Umgang mit Universen und IDT unerlässlich sind:

  • Verbindung: Hier wird definiert, wie sich ein Universum mit einer relationalen oder OLAP-Datenbank verbindet. Lokale Verbindungen werden als .cnx-Dateien gespeichert, sichere Verbindungen als .cns-Dateien.
  • Datengrundlage: Ein Schema, das die relevanten Tabellen und Joins aus einer oder mehreren relationalen Datenbanken definiert. Der Designer erweitert die Datengrundlage um Kontexte, Eingabeaufforderungen, berechnete Spalten und andere SQL-Definitionen. Sie kann als Basis für mehrere Business-Schichten dienen.
  • Business-Schicht: Sie stellt den ersten Entwurf eines Universums dar. Wenn die Business-Schicht vollständig ist, wird sie mit den Verbindungen oder Verbindungsverknüpfungen sowie der Datengrundlage kompiliert. Danach wird sie veröffentlicht und als Universum implementiert.
  • Universum: Eine kompilierte Datei, die alle Ressourcen aus der Definition der Metadatenobjekte enthält, die beim Entwurf der Business-Schicht erstellt wurden.

Unabhängig davon, ob Sie ein großes oder kleines Universum geplant haben, müssen Sie das Projekt als Ganzes betrachten. Technisch gesehen beginnt die Reise zur Erstellung eines Universums stets mit der Anlage eines neuen Projekts. Öffnen Sie dazu as IDT und klicken Sie auf Datei -> Neu -> Projekt. Das Projekt stellt Ihre Ideenkiste dar, einen Arbeitsbereich in dem Sie Ihr Universum Stein für Stein aufbauen können. Dabei bestehen die einzelnen Steine aus bestimmten Objekten wie der Datengrundlage oder der Business-Schicht.

Anlegen eines Projektes im IDT.

Abbildung 1: Anlegen eines Projektes im IDT.

Ein Projekt enthält die zur Erstellung des Universums verwendeten Ressourcen. Dabei dient es der Verwaltung der lokalen Objekte zur Universumserstellung.

Ein Projekt kann beliebig viele Objekte enthalten, so zum Beispiel Datengrundlagen, Business-Schichten und Verbindungen zu Datenquellen usw.

Anlegen eines Projektes im IDT: Namen eingeben.

Abbildung 2: Anlegen eines Projektes im IDT: Namen eingeben

Wir geben zunächst den Projektnamen ein (in unserem Beispiel Test). Danach legen wird zudem den Projektspeicherort in unserem Arbeitsbereich fest.

Darüber hinaus ist es hier möglich, ein bestehendes Projekt zu bearbeiten. Öffnen Sie dazu über Datei -> Projekt öffnen die Ansicht Lokales Projekt.

Eine weitere, wirklich interessante Funktion in Projekten ist die Möglichkeit zum Sperren von Ressourcen, um andere Entwickler darüber zu informieren, dass Sie gerade mit dieser Ressource arbeiten.

Nach Erstellung des Projekts müssen wir eine Verbindung zuweisen, um eine Verbindung zu einer Datenquelle herstellen zu können.

Diese Verbindung legt fest, wie das Quellsystem die Daten bereitstellt. Es stehen zwei Verbindungstypen zur Auswahl: relationale und OLAP-Verbindungen.

Über eine relationale Verbindung wird eine Verbindung zur Datenbankschicht hergestellt, um Tabellen und Joins zu importieren.

OLAP-Verbindungen dienen der Verbindung zum multidimensionalen Modell wie z. B. einem Information View in SAP HANA.

Herstellen einer relationalen Verbindung.

Abbildung 3: Herstellen einer relationalen Verbindung.

Zur Herstellung der Verbindung müssen wir zunächst die Systeminformationen, das Kennwort und den Benutzernamen eingeben.

Nachdem wir die Verbindung hergestellt haben, testen wir sie zunächst und veröffentlichen sie dann im Repository, damit sie zur Verwendung in unserem Universum bereitsteht.

Veröffentlichen einer Verbindung.

Abbildung 4: Veröffentlichen einer Verbindung.

Zur Veröffentlichung einer Verbindung müssen Sie die BO-Verbindungsparameter angeben (Repository, Benutzername, Kennwort).

Nachdem im Repository eine verfügbare Verbindung vorliegt, können wir nun eine Datengrundlage für unser Universum erstellen. Die Schicht der Datengrundlage erlaubt es uns, Tabellen und Joins aus unterschiedlichen relationalen Datenbanken zu importieren.

Im Information-Design-Tool gibt es zwei Arten von Datengrundlagen: Datengrundlagen mit einer einzigen Quelle und Datengrundlagen mit mehreren Quellen.

Datengrundlagen mit einer einzigen Quelle unterstützen eine einzelne relationale Verbindung. Dabei kann die Verbindung lokal oder gesichert sein, damit die Universen, die auf dieser Datengrundlage entworfen wurden, entweder lokal verwaltet oder in einem Repository veröffentlicht werden können.

Erstellen einer Datengrundlage.

Abbildung 5: Erstellen einer Datengrundlage.

Datengrundlagen mit mehreren Quellen unterstützen eine oder mehrere relationale Verbindungen. Verbindungen können beim Erstellen der Datengrundlage, aber auch zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt werden. Datengrundlagen mit mehreren Quellen werden auf Grundlage von gesicherten Verbindungen erstellt, die in einem Repository veröffentlicht sind.

Nach der Definition des technischen Namens der Datengrundlage klicken wir auf Weiter.

Das IDT bietet die interessante Option, Universen auf Grundlage mehrerer Quellen zu erstellen. Im nächsten Fenster wird eine Liste mit verfügbaren Verbindungen zur Universumserstellung angezeigt (sowohl .cnx als auch .cns).

.cnx-Verbindungen kommen dann zum Einsatz, wenn das Universum nicht in einem zentralen Repository veröffentlicht werden soll (zur Verwendung in lokalen Universen).

Wenn das Universum in einem beliebigen Repository veröffentlicht werden soll (also lokal oder zentral), müssen Sie zwingend eine .cns-Verbindung (gesichert) nutzen.

Nach einem Klick auf Fertig stellen steht die Datengrundlage bereit.

Wie sieht eine Datengrundlage aus?

Abbildung 6: Wie sieht eine Datengrundlage aus?

Herzlichen Glückwunsch. Sie haben die erste Hälfte Ihrer Reise zu einem eigenen Universum bereits geschafft!

Bisher haben wir ein Projekt, eine Verbindung und eine Datengrundlage. Was uns jetzt noch fehlt, ist die Business-Schicht, die andere Hälfte unseres Universums.

Dazu klicken wir im Projektmenü auf Neu und wählen danach die Option Business-Schicht aus. Danach wählen wir die Verbindung und die Datengrundlage aus, auf der wir die Business-Schicht erstellen möchten.

Erstellen einer Business-Schicht.

Abbildung 7: Erstellen einer Business-Schicht.

Die Business-Schicht enthält alle Klassen und Objekte. Darüber hinaus finden Sie hier die Dimensionen und Kennzahlen, die in einem Universum definiert sind. Durch die Veröffentlichung der Business-Schicht im Repository schließen wir die Erstellung des Universums ab.

Nachdem das Universum erstellt wurde, müssen Sie festlegen, welche Felder als Dimensionen (Attribute/Merkmale) und welche als Kennzahlen (Schlüsselzahlen) dienen sollen.

Um ein besseres Layout für das Universum zu erhalten, können wir zudem Ordner für jede Dimension anlegen sowie einen für Kennzahlen. Kennzahlen werden standardmäßig auch als Attribute behandelt.

Damit kommen wir zum letzten Schritt auf unserer Reise zu einem Universum voller Daten. Nachdem wir nun alle Bestandteile beisammenhaben, bleibt nur noch ein letzter Klick, um unser Ziel zu erreichen. Nach Abschluss der Integritätsüberprüfung müssen wir das Universum nur noch speichern und in einem Repository veröffentlichen.

Veröffentlichen des Universums in einem Repository.

Abbildung 8: Veröffentlichen des Universums in einem Repository.

Die Anleitung von Tutorials Point hat als Inspiration für diesen Artikel gedient.

Autor dieses Beitrags
Ionel-Calin Oltean Consultant SAP BI/BW
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: cluj@inspiricon.de
Ein Universum voller Daten

Ein Universum voller Daten – das Information-Design-Tool

Eine kurze Einführung in das Information-Design-Tool ( IDT) 

Heute ist jedes große Unternehmen am Prozess der Globalisierung und des Austauschs von Produkten beteiligt. Hierzu gehört natürlich auch der weltweite Austausch von Informationen. In einem deutschen Unternehmen wundert sich heute keiner mehr, wenn Entscheidungen auf Grundlage eines Berichts gefällt werden, dessen Daten vom anderen Ende der Welt stammen. Aber wie bringen wir diese Mengen an Daten und Informationen zusammen? Wie wäre es mit einem eigenen Universum voller Daten? Du hast richtig gelesen, die Lösung ist ein neues Universum. Aber wie verwaltet man ein Universum? In den nächsten Zeilen verraten wir Dir, wie Du dieser Universen Herr werden kannst.

Alles Magische entspringt dem Herzen … 

Das Herz des HANA-Systems:

Business-Schicht-Struktur

Abbildung 1: Business-Schicht-Struktur – Quelle: Interne Schulung – IDT-Präsentation

Der erste Schritt beim Erstellen eines Universums ist die Erstellung eines Views. Der erste Stein in unserer „chinesischen Mauer“ wird als SAP HANA Information Modeler bezeichnet, auch bekannt als HANA Data Modeler im Herzen des HANA-Systems. Mit ihm können Anwender oberhalb der Datenbanktabellen Modellierungssichten erstellen und Geschäftslogiken implementieren, um aussagekräftige Berichte für Analysezwecke zu erstellen.

Es gibt drei Arten von Information Views

Diese sind definiert als:

Attribute View Analytic View Calculation View
  • Bei Attribute Views handelt es sich um Dimensionen, BW-Merkmale oder Stammdaten.
  • Attribute Views dienen der Verknüpfung mit einer Dimension oder einem Attribute View.
  • In den meisten Fällen zur Modellierung von Stammdaten wie Einheiten (z. B. Produkt, Mitarbeiter, Geschäftspartner) genutzt.
  • Bei Analytic Views handelt es sich um Star-Schemata oder Faktentabellen umgeben von Dimensionen, Berechnungen oder eingeschränkten Kennzahlen.
  • Analytics Views werden üblicherweise auf mindestens einer Faktentabelle mit Vorgangsdaten sowie der Anzahl der Tabellen oder Attribute Views definiert.
  • Analytic Views machen sich die Rechenleistung von SAP HANA zu Nutze, um aggregierte Daten zu berechnen, so z. B. die Anzahl der verkauften Fahrräder pro Land oder der maximale Stromverbrauch pro Monat.
  • Bei Calculation Views handelt es sich um kombinierte Ansichten, die zusätzlich zu Analytical und Attribute Views zum Einsatz kommen.
  • Sie sind zu komplexen Berechnungen in der Lage, die mit anderen Views nicht möglich sind.
  • Je nachdem, wie sie erstellt werden, können sie als grafische Ansicht oder Skriptansicht definiert werden. Grafische Ansichten können mit den grafischen Modellierungsfunktionen des SAP HANA Modelers modelliert werden. Skriptansichten werden als Abfolgen von SQL-Anweisungen erstellt.

Abbildung 2: Kurzbeschreibung der einzelnen SAP HANA Views. Quelle: http://saphanatutorial.com/sap-hana-modeling/ (Alle Daten in dieser Tabelle wurde von dieser Quelle übernommen)

Ist mit dem View der erste Stein einmal gelegt, können wir mit unserem Konzert loslegen. Diese Rolle wird vom IDT (Information-Design-Tool) übernommen.

Bezugnehmend auf den Information Design Tool User Guide, welcher von SAP veröffentlicht wurde, ist das IDT – Information-Design-Tool – eine SAP BusinessObjects-Metadaten-Entwicklungsumgebung, in der Designer Metadaten aus relationalen und OLAP-Quellen extrahieren, definieren und bearbeiten können, um SAP BusinessObjects-Universen zu erstellen und zu implementieren.

Bei der zum Universum-Designer ernannten Person, kann es sich um einen Datenbankadministrator, einen Software-Manager oder -Entwickler, einen Projektmanager oder auch um einen Berichtersteller handeln, der ausreichende technische Kenntnisse zur Erstellung von Universen für andere Benutzer besitzt. Das Information-Design-Tool wird auch von Sicherheitsadministratoren verwendet, um Sicherheitsprofile für das Universum zu definieren. Es ist möglich, dass sich mehrere Personen im selben Unternehmen mit der Aufgabe der Universumserstellung befassen. Die Zahl der Universum-Designer hängt von den Datenerfordernissen des Unternehmens ab. Es könnte beispielsweise einen Universum-Designer pro Anwendung, Projekt, Abteilung oder Funktionsbereich geben.

Ein Universum ist eine strukturierte Zusammenstellung von Metadatenobjekten, mit denen Geschäftsbenutzer Unternehmensdaten in einer nichttechnischen Sprache analysieren und als Berichte aufbereiten können.

Zu diesen Objekten zählen

  • Dimensionen
  • Kennzahlen
  • Hierarchien
  • Attribute
  • vordefinierte Berechnungen
  • Funktionen
  • Abfragen.

Die Metadatenobjektschicht wird Business-Schicht genannt und ist auf einem relationalen Datenbankschema oder einem OLAP-Cube aufgebaut, sodass die Objekte direkt über SQL- oder MDX-Ausdrücke den Datenbankstrukturen zugeordnet sind. Ein Universum umfasst Verbindungen, die die Datenquellen identifizieren, sodass sich Abfragen für die Daten ausführen lassen.

Die Rolle des Universums

Die Rolle des Universums besteht darin, dem Geschäftsbenutzer semantisch verständliche Business-Objekte bereitzustellen. Der Benutzer kann anschließend in der relevanten Geschäftssprache Daten analysieren und Berichte erstellen und die zugrunde liegenden Datenquellen und -strukturen außer Acht lassen.

Beispiel eines Universums

Abbildung 3: Screenshot eines Universums – Interne Schulung – IDT-Präsentation Inspiricon SRL

So kannst Du ein Universum erstellen

  1. Ein neues Projekt in IDT anlegen
  2. Über IDT eine Verbindung zwischen dem HANA-System und unserem Projekt erstellen
  3. Eine Business-Schicht erstellen
  4. In einem Repository veröffentlichen

Bedenke für ein leichteres Verständnis, dass Universen ermöglichen sollen, nach Belieben, sicher und in einer Sprache, die Du verstehst, auf Informationen zuzugreifen kannst, um diese zu analysieren, zu ergänzen und zu teilen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass Universen Daten aus HANA nicht speichern oder die Systemleistung belasten.
Mit dem Information-Design-Tool erstellte Universen können von den folgenden Datenanalyse- und Berichtsanwendungen von SAP BusinessObjects ab Version BI 4 verwendet werden: SAP BusinessObjects Web Intelligence, SAP Crystal Reports for Enterprise, SAP BusinessObjects Explorer, SAP BusinessObjects Dashboard Design.

In unserem nächsten Artikel erwarten Dich weiterführende Informationen zu IDT und eine eingehende Beschreibung der Universumserstellung. 

Quelle: https://help.sap.com/doc/businessobject_product_guides_boexir4_de_xi4sp8_info_design_tool_de_pdf/XI4.0.8/de-DE/xi4sp8_info_design_tool_de.pdf

Autor dieses Beitrags
Ionel-Calin Oltean Consultant SAP BI/BW
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: cluj@inspiricon.de
Inspiricon SAP-HANA-2 cloud-in-memory

SAP HANA 2: Die nächste Generation der SAP HANA-Plattform

Mit SAP HANA 2 wurde die In-Memory Plattform SAP HANA um zukunftsweisende Neuerungen ergänzt. SAP HANA ist eine Plattform, die den digitalen Wandel vorantreiben soll. Über SAP YaaS (Hybris as a Service) sind in SAP HANA 2 neue Microservices verfügbar. Diese basieren auf der SAP HANA Cloud Plattform (s. auch unser letzter Blogartikel: http://inspiricon.de/sap-hcp/). Dank dieser Microservices können Entwickler Innovationen schaffen und moderne Anwendungen mit umfangreichen Informationen ausstatten.

Die Einführung von SAP HANA erfolgte im Jahr 2010 – damit hat das Unternehmen SAP im Bereich In-Memory-Technologie eine Vorreiterrolle eingenommen. SAP HANA wurde mit zukunftsträchtigen Neuerungen ausgestattet, die auf einer stabilen Stammdatenplattform beruhen. Diese Vorreiterrolle wird durch SAP HANA 2 ergänzt, damit die digitale Zukunft erfolgreich gestaltet werden kann. SAP HANA 2 wird Kunden ab dem 30.11.2016 zur Verfügung stehen. Kurze Zeit später wird die Express Edition folgen: Mit dieser können Unternehmen neue Entwicklungsprojekte vorantreiben. Jedes halbe Jahr werden Erweiterungen bereitgestellt, mit denen eine agile Entwicklung unterstützt wird.

Neue Funktionen und Erweiterungen

SAP HANA 2 wird umfangreiche Erweiterungen beinhalten. Im Bereich Datenbankmanagement geht es vor allem um Hochverfügbarkeit, Workload-Management sowie Sicherheit. Mit diesen werden IT-Unternehmen einen unterbrechungsfreien Geschäftsbetrieb gewährleisten können.

Die Option Active bzw. Active Read-Enabled wird die Nutzung von Sekundärsystemen erlauben, die bisher lediglich zur Systemreplikation verwendet wurden. Diese Option dient der Bewältigung von leseintensiven Workloads, ohne dass dabei Performanceverluste entstehen.

Im Bereich Datenmanagement kann von Erweiterungen profitiert werden, die Datenqualität, Datenintegration, Unternehmensmodellierung sowie Tiered Storage betreffen (s. auch unser Blogartikel zu HANA In-Memory: http://inspiricon.de/hana-in-memory/). Dank dieser Erweiterungen können Unternehmen auf sämtliche Daten zugreifen – unabhängig davon, wo diese hinterlegt sind.

Die Webanwendung SAP Enterprise Architecture Designer wird um eine neue Version erweitert. Mit dieser können IT-Unternehmen komplexe Informationsarchitekturen verwalten. Zusätzlich können die potentiellen Auswirkungen innovativer Technologien vor der Implementierung visualisiert werden.

SAP HANA 2 kann noch mehr

Zu den Neuerungen von SAP HANA 2 zählt auch eine Verbesserung der analytischen Intelligenz. Die innovativen Engines erlauben eine analytische Verarbeitung von Geodaten, Text, Streaming-Daten und grafischen Daten. Entwickler besitzen die Möglichkeit umfassende Informationen in moderne Anwendungen einzubetten.

Die Predictive Analysis Library in SAP HANA 2 beinhaltet neue Algorithmen für Assoziations-, Klassifizierungs-, Regressions- und Zeitreihenanalysen. Mit diesen Analysen können Datenwissenschaftler in ihren Daten Muster aufdecken und eigene Anwendungen um maschinelles Lernen ergänzen.

Im Bereich der Anwendungsentwicklung wird von erweiterten Funktionen für Applikationsserver, Entwicklungstools sowie Entwicklungssprachen profitiert. Es findet eine Unterstützung des Prinzips „Bring your own Language“ statt. Außerdem stehen zusätzliche Laufzeitumgebungen von Drittherstellern und Buildpacks zur Verfügung. Diese können beim Modell Extended Application Services verwendet werden. Mit der neuen Schnittstelle File Processor API können Entwickler Text- und Metadaten extrahieren und analysieren.

Die neuen Microservices in der Cloud

Die neuen Microservices sind cloud-basiert und ermöglichen eine Integration von Analysen in Anwendungen. Dies ist auf jeder Entwicklungs- oder Sprachplattform über APIs möglich. Die Microservices in der Cloud beinhalten die folgenden Erweiterungen:

  • Text Analysis Entity Extraction, Text Analysis Linguistic Analysis und Text Analysis Fact Extraction: Die Funktionen erlauben die Verarbeitung von Textdaten in der Cloud, wobei die Verarbeitung natürlicher Sprachen möglich ist.
  • Earth Observation Analysis: Der Service wurde in Zusammenarbeit mit der ESA entwickelt. Der Service wurde aufgrund des Schnittstellenstandards WCS des OGC entwickelt. Der Service nutzt Satellitendaten der ESA und verarbeitet Geodaten über die Datenbankwendung SAP HANA Spatial in der Cloud. Der Service stellt historische Daten in Echtzeit bereit – die Berechnung erfolgt aufgrund spektraler Messdaten.

Ihr möchtet noch mehr Informationen über SAP HANA 2 erhalten? Kontaktiert uns hier. Und folgt uns doch auch auf Facebook oder LinkedIn, dort informieren wir euch immer über neue Trends und Themen.

 

Autor dieses Beitrags
Steffen Böhm Vorstand
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: info@inspiricon.de
Inspiricon fiori Aufbau Testumgebung

Aufbau eines Testsystems mit SAP Fiori

Heute zeigen wir euch, wie ihr eine Fiori-Testlandschaft schnell und einfach aufbauen könnt. Ursprünglich wollten wir euch heute die erste Fiori-Anwendung zeigen – aber wir haben gemacht, was man mit Testsystemen halt so macht: wir haben getestet, was das Zeug hält. In unserem Fall lautete das Fazit danach: kaputt getestet. Das ist nicht weiter tragisch, sondern gehört einfach dazu. Ein System immer nur in den sichersten Parametern zu fahren ist langweilig und man lernt nichts dabei.

Was haben wir mit euch vor?
Wir bauen ein Fiori-fähiges System in der Cloud auf und verbinden uns mit diesem.

Was sind die Voraussetzungen?
Ein Amazon AWS-Konto und ein Konto in der SAP Cloud Appliance Library. Mehr bedarf es erst einmal nicht.

Die SAP stellt in der SAP Cloud Appliance Library bereits sehr viele vorkonfigurierte Instanzen bereit, die es ermöglichen mehr oder weniger sofort loszulegen.

Free Solutions in der SAP Cloud Applance Library

So sieht eine SAP Cloud Appliance Library aus

Wir wählen hier die SAP ERP Foundation Extension powered by SAP HANA – Fully Activated Appliance Landscape [trial edition] und klicken auf Try now, Activate und anschließend auf Create Instance.

Die Konfiguration Schritt für Schritt erklärt

Nun beginnt die Konfiguration der Instanz. Ihr habt die Möglichkeit, verschiedene Regionen (also Standorte der Server) zu wählen. Nicht alle Regionen bieten alle Solutions an und nicht alle Regionen kosten den gleichen Betrag pro Minute. Wir empfehlen „us-east“, denn damit sind wir bisher am besten gefahren. Immer daran denken: wir reden von Test-Systemen, so dass Themen wie Datenschutz, Save Harbour u. ä. hier nur eine geringe Rolle spielen.

Als nächstes werden wir nach Master-Passwort, Name und Beschreibung gefragt. Hier könnt ihr eurer Phantasie freien Lauf lassen. Allerdings gibt es beim Passwort die SAP-üblichen Einschränkungen und man sollte es sich gut merken, da es später für nahezu alles benötigt wird. Ebenfalls kann man hier die Schedule-Time auswählen.

Anschließend wird’s Zeit für Kaffee – oder Tee, wer das bevorzug – denn jetzt heißt es warten. Nach ungefähr 1 Stunde wurde dann die Instanz vollautomatisch erstellt.

Solange wir warten und unser Heißgetränk genießen, hier noch ein Wort zu den Kosten. Die Instanz, die wir für die Fiori-Landschaft gewählt haben, besteht aus relativ mächtigen Maschinen. Die empfohlene (und vorausgewählte und deshalb bisher nicht erwähnte) Instanz-Type ist r3.8large. Wir spielen hier mit einer Maschine, die theoretisch über 220 GB Hauptspeicher verfügt. Dieses Spielzeug ist nicht ganz billig und schlägt mit ca. 3,10 $ pro Stunde zu Buche. Um etwas die Arithmetik zu strapazieren, kommen wir damit auf 74,40 $ pro Tag, 2.232,00 $ pro Monat und 27.156,00 $ pro Jahr. Es empfiehlt sich also hier die Instanz abzuschalten (auf SUSPEND setzen), wenn man sie nicht benötigt. Durch die Scheduler kann man bequem einstellen, dass der Server nur 8h am Tag läuft (oder noch weniger) und dadurch massiv an Kosten sparen.

Während man sich über die Kosten Gedanken gemacht hat, sollte nun die Instanz fertig erstellt sein.

Ist dies der Fall, lässt sie sich im Reiter INSTANCES über einen Klick auf Activate starten. Sobald die Instanz gestartet ist (dauert zwischen 10 und 20 min) können wir uns über einen Klick auf Connect bereits via SAPGUI auf die Maschine verbinden und haben ein vollständiges ERP-System zur Verfügung.

Wir haben unsere Instanz aktiviert

Mit der Aktivierung unserer Instances ist die Testumgebung angelegt.

Die Testumgebung ist angelegt und ihr könnt loslegen. Wie das geht, lest ihr nächstes Mal in unserem Blog.

Weitere Informationen zu den Demos, die in dieser Lösung enthalten sind und wie diese verwendet wird, könnt ihr diesem How-To entnehmen.

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Team Lead Technology
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SAP-fiori Infrastruktur Inspiricon

Wie sieht die Infrastruktur von SAP Fiori Anwendungen aus?

In unseren vorherigen Beiträgen haben wir uns langsam an das Thema SAP Fiori herangetastet. Heute steigen wir in die Tiefe ein und betrachten die Architektur und benötigte Infrastruktur dieser neuen Oberfläche. Dieses Thema splitten wir in zwei Artikel und starten jetzt mit der Infrastruktur, sprich mit allen an einer Fiori-Applikation beteiligten Systeme und Server.

Als Einstieg ein allgemeiner Überblick
Zum besseren Verständnis und Einstieg starten wir mit einer Skizze der beteiligten Systeme:

Übersicht über die Fiori Architektur

Wie sieht die Infrastruktur von SAP Fiori Anwendungen aus? Quelle: © 2014 SAP SE or an SAP affiliate company.

Bei der Umsetzung von Fiori Anwendungen empfiehlt die SAP es, die Business-Logik und die UI Komponenten durch den Einsatz eines sogenannten zentralen Hub Deployments voneinander getrennt zu halten. Hierbei stellt das SAP-Gateway die zentrale Anlaufstelle für alle Anfragen und Applikationen dar. Dadurch wird ermöglicht, dass die unterschiedlichsten Backend-Systeme über einen einzigen Zugang angesprochen werden können. Die Verwendung stellt einen „single point“ für die Wartung von UI-Fragen zur Verfügung. Gleichzeitig dient es als zentrale Anlaufstelle für das Branding von SAP Fiori Anwendungen. Zudem wird die Sicherheit verstärkt: es gibt keinen direkten Zugang zu den Daten im Backend. Dies ermöglicht unterschiedliche Lebenszyklen für Backend und Frontend. Das bedeutet man kann die Backend-Anwendungen anpassen oder austauschen, ohne zwangsläufig das Frontend anzupassen und umgekehrt. Dies wird durch den Einsatz von standardisierten Schnittstellen realisiert.

Im Folgenden erläutern wir jede Stufe der benötigten Infrastruktur:

Client / Endgerät
Prinzipiell werden alle Endgeräte unterstützt, die HTML5 und Javascript einsetzen. Dies können sowohl Webbrowser als auch mobile Endgeräte sein. Die Kommunikation mit der nächsten Ebene, dem Reverse Proxy, findet über HTTP(s) und OData (http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Data_Protocol) statt.

Reverse Proxy Server
Ein Reverse Proxy Server (http://de.wikipedia.org/wiki/Reverse_Proxy, SAP empfiehlt den SAP Web Dispatcher) wird benötigt, wenn neben den transaktionalen Anwendungen (welche auf den ABAP-Servern laufen, siehe linke Seite des Bildes) auch analytische Anwendungen und Fact Sheets verwendet werden sollen. Diese werden dann direkt als HANA-Services verarbeitet. Der Reverse Proxy entscheidet also, ob die Anfrage durch den ABAP-Frontend-Server bearbeitet werden soll und wenn ja, von welchem (Lastverteilung), oder ob die Anfrage direkt an die HANA-Instanz weitergeleitet werden soll.

Frontend Server
Die nächste Stufe der Infrastruktur stellt der ABAP Frontend Server dar, der für alle Anwendungstypen erforderlich ist. Dieser Server beinhaltet die SAPUI5 Komponenten, die Fiori-Komponenten und das SAP NetWeaver Gateway.

Schauen wir uns zunächst das SAP NetWeaver Gateway etwas genauer an:
Das SAP NetWeaver Gateway ermöglicht es, verschiedene Endgeräte, IT-Landschaften und Plattformen mit SAP Software zu verbinden. Hierfür bietet das Tool Schnittstellen und Services an, um mit jeder Programmiersprache oder –modell und ohne die Notwendigkeit SAP-Kenntnisse zu haben, mit der SAP Landschaft zu kommunizieren. Das SAP NetWeaver Gateway nutzt dabei vor allem REST Services und OData/ATOM Protokolle.

Der Gateway kann auf verschiedene Weise in eure Landschaft integriert werden. Hier findet ihr einen Überblick: http://scn.sap.com/community/gateway/blog/2013/05/27/sap-netweaver-gateway-deployment-options-in-a-nutshell.

Die Fiori-Komponenten sind hauptsächlich das Fiori-Launchpad sowie die Applikations-spezifischen UI-Komponenten (Masken und ähnliches für spezielle Anwendungen).

Backend Server
Hinter dem Begriff Backend-Server verbergen sich die „normalen“ Anwendungen der SAP-Business Suite. Dieser Server kann also ein ECC, ein BW, ein CRM usw. sein.

Hier wird die gesamte Business-Logik abgebildet, die durch die im Frontend definierten CRUD-Services (http://de.wikipedia.org/wiki/CRUD) aufgerufen werden. Die Logik kann hier sowohl in Form von Klassen/Methoden oder Funktionsbausteinen vorliegen.

Natürlich lassen sich Frontend-Server und Backend-Server auf einer Maschine und in einer SAP-Installation betreiben. Ob eine Aufteilung der Server sinnvoll ist, hängt mit Sicherheit von der Größe der einzelnen Installation ab und ob mehrere Backend-Server angebunden werden sollen.

Datenbank / SAP HANA
Kommen wir zum letzten Schritt der Infrastruktur: die Datenbank. Prinzipiell eignet sich jede Datenbank, mit der das SAP-Backend kommunizieren kann. Also entweder die eigene Datenbank oder eine Datenbank, die mittels DBConnect oder ähnlichem abgefragt werden kann.

Die Ausnahmen von der Regel sind hier die analytischen Anwendungen. Für die Art der Anwendungen wird der „normale“ Datenfluss umgangen. Stattdessen werden direkt Services konsumiert, welche die HANA-Plattform bereitstellt.


Und jetzt? Wie geht’s weiter?

Wie ihr seht ist die Landschaft, die eine Fiori-App erfordert, nicht gerade trivial. Durch diese Art der Infrastruktur ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten der Integration und systemübergreifender Einsatz-Szenarien, getreu dem Motto „von Transaktion zur Rolle“, bei dem der Anwender nicht mehr zwischen den einzelnen Systemen unterscheidet.

Wer weitere Informationen zur Infrastruktur und dem Aufbau der Landschaft sucht, kann sich gerne an uns wenden.

Soweit erst einmal zur Infrastruktur, die hinter einer SAP Fiori-Anwendung steht. In unserem nächsten Beitrag schauen wir uns an, wie die Architektur innerhalb einer Anwendung aussieht und wie die einzelnen Komponenten zusammenspielen und interagieren. Wer jetzt schon mehr wissen will, kann hier weiterlesen.

 

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Team Lead Technology
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: info@inspiricon.de