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Hello World – oder der Weg zur ersten Fiori-App

Hallo zusammen,
der letzte Fiori-Post ist leider schon etwas her. Es ist viel passiert in der Zwischenzeit. Wir haben neben unserer Website vor allem unsere Test-/Demo-/Entwicklungslandschaft komplett neu aufgebaut.
Wir sind jetzt mit auf unserer eigenen HANA-Umgebung in der AWS-Cloud vertreten. Hierzu wird es in nächster Zeit sicher auch den einen oder anderen Post geben.
Nun aber zurück zum eigentlichen Thema: Fiori says Hello World!

Am Anfang steht die Wahl des Editors

Vor jeder Hello-World-Anwendung steht die Wahl des Editors. Der einfachste Weg eine Fiori-App zu entwickeln geht sicher über die SAP WebIDE. Diese Cloud-basierte Entwicklungsoberfläche kommt mit einer Reihe von Templates und Editoren an, die einem das Leben rund um Fiori erleichtern.
Einige von euch werden jetzt sicher sagen „Cloud-Basierter Editor? Mein System mit der Cloud verbinden? Sicher nicht!“ Ich kann diese Bedenken verstehen – und kann sie glücklicherweise zerstreuen. Der sogenannte SAP HANA Cloud Connector (SCC) dient hierbei als Proxy, so dass keine direkte Verbindung zwischen der Cloud und eurem OnPremise-System bestehen muss. Wie diese Verbindung eingerichtet wird und was die IDE sonst alles kann, schauen wir uns beim nächsten Mal an. Heute benötigen wir die Verbindung zum Quellsystem sowieso noch nicht.

Heute steht erstmal Fiori im Fokus. Also noch schnell die WEB-IDE gestartet: erreichbar ist der Editor unter diesem Link. Hier einfach einen Account anlegen und anmelden. Dann unter Subscriptions auf Weiter klicken. Oben findet ihr dann den Link zur eurer persönlichen SAP WEB IDE.

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Am besten diesen Link in die Favoriten packen, wir werden ihn sicher noch häufiger benötigen.
Jetzt aber ganz schnell zur ersten Fiori-App.

Los geht’s – wir erstellen die erste Fiori-App

Wir werden eine Master-Detail-App erstellen und verwenden dazu das bei jedem, der mal ABAP gelernt hat, bekannte Flugdaten-Modell. Für alle, die keine Services aktiviert haben, oder erstmal ausprobieren wollen, stellen wir die Daten als EDMX-File bereit.

Also los geht‘s!
Unter File klicken wir auf „New —> Project from Template“

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Und wählen dann „SAP Fiori Master Detail Application“. Auf diese Weise bekommen wir die typische Fiori-Anwendung, bei der links ein Liste und rechts die Detail-Ansicht angeboten werden.

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Wir vergeben einen Namen und klicken auf Next. Hier haben wir entweder die Möglichkeit einen Service von einem Backend-System zu wählen, oder aber die Service-Definition aus einem File zu bekommen. Wir haben euch das File zum Download bereitgestellt, um hier die erste Anwendung ohne Problem erstellen zu können. Wählen wir also File-System und navigieren zu sflight.edmx. Ein Klick auf Next – und jetzt wird es spannend. Wir versorgen das Template mit den Informationen aus dem Service.
Im Screenshot seht ihr die Zuweisung, die ich gewählt habe. Ihr könnt hier gerne mit den Varianten etwas experimentieren.

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Mit zwei weiteren Klicks auf Next wird die erste Fiori-App in eurem Workspace erstellt und sollte sich in etwa so darstellen:

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Es wird spannend: der erste Fiori-Test

Um unsere Applikation nun zu testen, machen wir einen Rechts-Klick auf die index.html und wählen Run —> Run with Mock Data aus. Damit füllt uns die Entwicklungsumgebung den Service mit Testdaten, ohne dass wir eine Verbindung zu einem Quellsystem benötigen.

In dieser Preview lassen sich die Auflösungen auswählen

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Je nach Auswahl sollte die App dann in etwa so aussehen

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Und natürlich lässt sich auch die Mobile Darstellung testen: oben rechts kann ein QR-Code ausgewählt werden, der einen direkt zu der Mobile Version führt. Dieser Link lässt sich übrigens auch im Fiori-Mobile-Client aufrufen.

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Das war’s fürs erste. Viel Spass beim Experimentieren mit Fiori und der WebIDE!

 

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Lead Consultant
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: info@inspiricon.de
Inspiricon fiori Aufbau Testumgebung

Aufbau eines Testsystems mit SAP Fiori

Heute zeigen wir euch, wie ihr eine Fiori-Testlandschaft schnell und einfach aufbauen könnt. Ursprünglich wollten wir euch heute die erste Fiori-Anwendung zeigen – aber wir haben gemacht, was man mit Testsystemen halt so macht: wir haben getestet, was das Zeug hält. In unserem Fall lautete das Fazit danach: kaputt getestet. Das ist nicht weiter tragisch, sondern gehört einfach dazu. Ein System immer nur in den sichersten Parametern zu fahren ist langweilig und man lernt nichts dabei.

Was haben wir mit euch vor?
Wir bauen ein Fiori-fähiges System in der Cloud auf und verbinden uns mit diesem.

Was sind die Voraussetzungen?
Ein Amazon AWS-Konto und ein Konto in der SAP Cloud Appliance Library. Mehr bedarf es erst einmal nicht.

Die SAP stellt in der SAP Cloud Appliance Library bereits sehr viele vorkonfigurierte Instanzen bereit, die es ermöglichen mehr oder weniger sofort loszulegen.

Free Solutions in der SAP Cloud Applance Library

So sieht eine SAP Cloud Appliance Library aus

Wir wählen hier die SAP ERP Foundation Extension powered by SAP HANA – Fully Activated Appliance Landscape [trial edition] und klicken auf Try now, Activate und anschließend auf Create Instance.

Die Konfiguration Schritt für Schritt erklärt

Nun beginnt die Konfiguration der Instanz. Ihr habt die Möglichkeit, verschiedene Regionen (also Standorte der Server) zu wählen. Nicht alle Regionen bieten alle Solutions an und nicht alle Regionen kosten den gleichen Betrag pro Minute. Wir empfehlen „us-east“, denn damit sind wir bisher am besten gefahren. Immer daran denken: wir reden von Test-Systemen, so dass Themen wie Datenschutz, Save Harbour u. ä. hier nur eine geringe Rolle spielen.

Als nächstes werden wir nach Master-Passwort, Name und Beschreibung gefragt. Hier könnt ihr eurer Phantasie freien Lauf lassen. Allerdings gibt es beim Passwort die SAP-üblichen Einschränkungen und man sollte es sich gut merken, da es später für nahezu alles benötigt wird. Ebenfalls kann man hier die Schedule-Time auswählen.

Anschließend wird’s Zeit für Kaffee – oder Tee, wer das bevorzug – denn jetzt heißt es warten. Nach ungefähr 1 Stunde wurde dann die Instanz vollautomatisch erstellt.

Solange wir warten und unser Heißgetränk genießen, hier noch ein Wort zu den Kosten. Die Instanz, die wir für die Fiori-Landschaft gewählt haben, besteht aus relativ mächtigen Maschinen. Die empfohlene (und vorausgewählte und deshalb bisher nicht erwähnte) Instanz-Type ist r3.8large. Wir spielen hier mit einer Maschine, die theoretisch über 220 GB Hauptspeicher verfügt. Dieses Spielzeug ist nicht ganz billig und schlägt mit ca. 3,10 $ pro Stunde zu Buche. Um etwas die Arithmetik zu strapazieren, kommen wir damit auf 74,40 $ pro Tag, 2.232,00 $ pro Monat und 27.156,00 $ pro Jahr. Es empfiehlt sich also hier die Instanz abzuschalten (auf SUSPEND setzen), wenn man sie nicht benötigt. Durch die Scheduler kann man bequem einstellen, dass der Server nur 8h am Tag läuft (oder noch weniger) und dadurch massiv an Kosten sparen.

Während man sich über die Kosten Gedanken gemacht hat, sollte nun die Instanz fertig erstellt sein.

Ist dies der Fall, lässt sie sich im Reiter INSTANCES über einen Klick auf Activate starten. Sobald die Instanz gestartet ist (dauert zwischen 10 und 20 min) können wir uns über einen Klick auf Connect bereits via SAPGUI auf die Maschine verbinden und haben ein vollständiges ERP-System zur Verfügung.

Wir haben unsere Instanz aktiviert

Mit der Aktivierung unserer Instances ist die Testumgebung angelegt.

Die Testumgebung ist angelegt und ihr könnt loslegen. Wie das geht, lest ihr nächstes Mal in unserem nächsten Beitrag.

Weitere Informationen zu den Demos, die in dieser Lösung enthalten sind und wie diese verwendet wird, könnt ihr diesem How-To entnehmen.

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Lead Consultant
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SAP-fiori Architektur Inspiricon

Wie sieht die Architektur von SAP Fiori Anwendungen aus?

Letztes Mal haben wir uns mit der Infrastruktur auseinander gesetzt, die hinter einer Fiori-Anwendung steht. Heute beschäftigen wir uns nun mit der Architektur, die den Aufbau einer Applikation bestimmt. Dies wird unser erster aber mit Sicherheit nicht unser letzter Abstecher tief in die Technik!

Wie wir bereits in den vorherigen Beiträgen erwähnt haben, empfiehlt die SAP in einer Fiori-Anwendung das Frontend von der Business-Logik zu trennen. Die Anwendung als solche ist dafür in drei Bestandteile unterteilt:

  1. Das Frontend ist eine in SAPUI5 realisierte HTML5-Anwendung, die nur die reine User-Interaktion verwaltet.
  2. Das Netweaver Gateway, welches die Verbindung zwischen der Frontend-Applikation und dem Backend darstellt
  3. Die Business-Logik wird im Backend abgebildet und enthält neben der reinen Logik auch die Datenbank.

Das Frontend konsumiert einen Service, der durch das Backend zu Verfügung gestellt wird. Das Backend bezieht mittels Datenbank-Abfragen die Daten aus der Datenbank und verarbeitet diese. Die Daten werden zwischen den Applikationsbestandteilen mittels OData Protokoll ausgetauscht.

Als grundlegendes Entwurfsmuster für die Anwendung wird eine Variante des MVC-Pattern verwendet. Und das sogar mehrfach. Das hat gleich mehrere Vorteile. Erstens ist so die gesamte Anwendung aufgeteilt:

  • Man könnte den Fiori-Frontend-Part als View bezeichnen
  • Der Gateway mit seinen verschiedenen Services ist die Control
  • Und zu guter Letzt verbergen sich hinter den Aufrufen der Services im Backend die Geschäftslogik sowie das Modell.

Zweitens ist auch die Frontend-Applikation nach dem MVC-Pattern entworfen. Zumindest wenn man die SAP WEB IDE verwendet (hierzu in einem späteren Beitrag mehr), werden verschiedene in XML erzeugte Views sowie entsprechende JS-Dateien gebildet. Diese dienen als Controller und Data Binding für das Modell.

Lasst uns als nächstes den Aufbau der Applikation im Detail durchgehen

Beginnen wir wieder oben im Frontend:

  • Das Data Binding an die einzelnen Services des Gateways passiert durch die Einbindung der Aufrufe in die JS-Dateien. Entweder manuell oder durch einen Wizard, je nachdem welches Tool verwendet wird.
  • Events wie Button-Clicks, Drag-and-Drop und ähnliches werden durch die SAPUI5-Bibliothek zur Verfügung gestellt. Hier muss nur noch sichergestellt werden, dass durch das Event der richtige Service angesprochen wird.
  • Entwickelt wird das Frontend entweder mit dem UI Development Toolkit für HTML5 (SAPUI5 – darüber haben wir bereits berichtet), einem Eclipse-Plugin oder über die SAP WEB IDE.

Schauen wir uns als nächstes die Aufgaben innerhalb des Netweaver Gateway an:

Um unser MVC-Modell zu vervollständigen, fehlt nun noch das Backend und die Datenbank, um die Geschäftslogik und das Modell zu bilden:

  • In der Transaktion SE80 wird in Form einzelner Klassen ausprogrammiert.
  • Hierbei wird entweder auf HANA-Services oder die Standard-Datenbank zugegriffen.

Als Abschluss und für einen besseren Überblick haben wir euch die Architektur nochmals in einer Grafik zusammengestellt:

Wie ist eine SAP Fiori Applikation aufgebaut?

Die Architektur einer SAP Fiori Anwendung

In unserem nächsten Beitrag werden wir euch eine einfache Fiori-Applikation vorstellen, die wir gemeinsam Schritt für Schritt ausprogrammieren. Ihr dürft gespannt sein!

In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal!

 

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Jörg Waldenmayer Lead Consultant
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SAP-fiori Infrastruktur Inspiricon

Wie sieht die Infrastruktur von SAP Fiori Anwendungen aus?

In unseren vorherigen Beiträgen haben wir uns langsam an das Thema SAP Fiori herangetastet. Heute steigen wir in die Tiefe ein und betrachten die Architektur und benötigte Infrastruktur dieser neuen Oberfläche. Dieses Thema splitten wir in zwei Artikel und starten jetzt mit der Infrastruktur, sprich mit allen an einer Fiori-Applikation beteiligten Systeme und Server.

Als Einstieg ein allgemeiner Überblick

Zum besseren Verständnis und Einstieg starten wir mit einer Skizze der beteiligten Systeme:

Übersicht über die Fiori Architektur

Wie sieht die Infrastruktur von SAP Fiori Anwendungen aus? Quelle: © 2014 SAP SE or an SAP affiliate company.

Bei der Umsetzung von Fiori Anwendungen empfiehlt die SAP es, die Business-Logik und die UI Komponenten durch den Einsatz eines sogenannten zentralen Hub Deployments voneinander getrennt zu halten. Hierbei stellt das SAP-Gateway die zentrale Anlaufstelle für alle Anfragen und Applikationen dar. Dadurch wird ermöglicht, dass die unterschiedlichsten Backend-Systeme über einen einzigen Zugang angesprochen werden können. Die Verwendung stellt einen „single point“ für die Wartung von UI-Fragen zur Verfügung. Gleichzeitig dient es als zentrale Anlaufstelle für das Branding von SAP Fiori Anwendungen. Zudem wird die Sicherheit verstärkt: es gibt keinen direkten Zugang zu den Daten im Backend. Dies ermöglicht unterschiedliche Lebenszyklen für Backend und Frontend. Das bedeutet man kann die Backend-Anwendungen anpassen oder austauschen, ohne zwangsläufig das Frontend anzupassen und umgekehrt. Dies wird durch den Einsatz von standardisierten Schnittstellen realisiert.

Im Folgenden erläutern wir jede Stufe der benötigten Infrastruktur:

Client / Endgerät
Prinzipiell werden alle Endgeräte unterstützt, die HTML5 und Javascript einsetzen. Dies können sowohl Webbrowser als auch mobile Endgeräte sein. Die Kommunikation mit der nächsten Ebene, dem Reverse Proxy, findet über HTTP(s) und OData (http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Data_Protocol) statt.

Reverse Proxy Server
Ein Reverse Proxy Server (http://de.wikipedia.org/wiki/Reverse_Proxy, SAP empfiehlt den SAP Web Dispatcher) wird benötigt, wenn neben den transaktionalen Anwendungen (welche auf den ABAP-Servern laufen, siehe linke Seite des Bildes) auch analytische Anwendungen und Fact Sheets verwendet werden sollen. Diese werden dann direkt als HANA-Services verarbeitet. Der Reverse Proxy entscheidet also, ob die Anfrage durch den ABAP-Frontend-Server bearbeitet werden soll und wenn ja, von welchem (Lastverteilung), oder ob die Anfrage direkt an die HANA-Instanz weitergeleitet werden soll.

Frontend Server
Die nächste Stufe der Infrastruktur stellt der ABAP Frontend Server dar, der für alle Anwendungstypen erforderlich ist. Dieser Server beinhaltet die SAPUI5 Komponenten, die Fiori-Komponenten und das SAP NetWeaver Gateway.

Schauen wir uns zunächst das SAP NetWeaver Gateway etwas genauer an:
Das SAP NetWeaver Gateway ermöglicht es, verschiedene Endgeräte, IT-Landschaften und Plattformen mit SAP Software zu verbinden. Hierfür bietet das Tool Schnittstellen und Services an, um mit jeder Programmiersprache oder –modell und ohne die Notwendigkeit SAP-Kenntnisse zu haben, mit der SAP Landschaft zu kommunizieren. Das SAP NetWeaver Gateway nutzt dabei vor allem REST Services und OData/ATOM Protokolle.

Der Gateway kann auf verschiedene Weise in eure Landschaft integriert werden. Hier findet ihr einen Überblick:

Die Fiori-Komponenten sind hauptsächlich das Fiori-Launchpad sowie die Applikations-spezifischen UI-Komponenten (Masken und ähnliches für spezielle Anwendungen).

Backend Server
Hinter dem Begriff Backend-Server verbergen sich die „normalen“ Anwendungen der SAP-Business Suite. Dieser Server kann also ein ECC, ein BW, ein CRM usw. sein.

Hier wird die gesamte Business-Logik abgebildet, die durch die im Frontend definierten CRUD-Services (http://de.wikipedia.org/wiki/CRUD) aufgerufen werden. Die Logik kann hier sowohl in Form von Klassen/Methoden oder Funktionsbausteinen vorliegen.

Natürlich lassen sich Frontend-Server und Backend-Server auf einer Maschine und in einer SAP-Installation betreiben. Ob eine Aufteilung der Server sinnvoll ist, hängt mit Sicherheit von der Größe der einzelnen Installation ab und ob mehrere Backend-Server angebunden werden sollen.

Datenbank / SAP HANA
Kommen wir zum letzten Schritt der Infrastruktur: die Datenbank. Prinzipiell eignet sich jede Datenbank, mit der das SAP-Backend kommunizieren kann. Also entweder die eigene Datenbank oder eine Datenbank, die mittels DBConnect oder ähnlichem abgefragt werden kann.

Die Ausnahmen von der Regel sind hier die analytischen Anwendungen. Für die Art der Anwendungen wird der „normale“ Datenfluss umgangen. Stattdessen werden direkt Services konsumiert, welche die HANA-Plattform bereitstellt.


Und jetzt? Wie geht’s weiter?

Wie ihr seht ist die Landschaft, die eine Fiori-App erfordert, nicht gerade trivial. Durch diese Art der Infrastruktur ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten der Integration und systemübergreifender Einsatz-Szenarien, getreu dem Motto „von Transaktion zur Rolle“, bei dem der Anwender nicht mehr zwischen den einzelnen Systemen unterscheidet.

Wer weitere Informationen zur Infrastruktur und dem Aufbau der Landschaft sucht, kann sich gerne an uns wenden.

Soweit erst einmal zur Infrastruktur, die hinter einer SAP Fiori-Anwendung steht. In unserem nächsten Beitrag schauen wir uns an, wie die Architektur innerhalb einer Anwendung aussieht und wie die einzelnen Komponenten zusammenspielen und interagieren.

 

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Jörg Waldenmayer Lead Consultant
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Inspiricon SAP-fiori SAP-UI5

SAP Fiori – was ist es? Und was versteht man unter SAPUI5?

Die SAP ist bekannt dafür, immer wieder neue Namen und Begriffe ins Spiel zu bringen. Wir leiten euch durch das Labyrinth der Begrifflichkeiten.

SAP Fiori – ein Blumenstrauß an Möglichkeiten

SAP Fiori ist die neue User Experience (UX, also das Benutzererlebnis) für SAP Software. Dabei werden moderne Design-Prinzipien angewandt, um eine komplett neuartige User Experience zu schaffen. SAP Fiori UX repräsentiert ein neues personalisiertes, reaktionsschnelles und einfaches Benutzererlebnis über verschiedene Endgeräte hinweg.

Es gibt mehr als 400 Rollen-basierte SAP Fiori Applikationen für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche, dazu gehören Personal, Finanzen, Herstellung, Beschaffung sowie Vertrieb. Rollen-basiert heißt, dass die User nur Zugang zu Applikationen erhalten, zu denen sie auch anhand ihres Nutzerprofils zugelassen wurden.

Und das sind die Applikations-Typen von SAP Fiori

  • Transactional Apps: sie erlauben den Usern, sogenannte transaktionale Aufgaben zu erledigen. Das kann beispielsweise die Genehmigung einer Dienstreise, Urlaubsantrages oder eines Budgets sein.
  • Analytical Apps: sie gestatten den Usern Zugriff auf Kennzahlen. Dazu gehört unter anderem der (tages-) aktuelle Umsatz, die Umsatzentwicklung der letzten 5 Tage usw.
  • Fact Sheets: sie zeigen Informationen und wichtige Schlüsselfaktoren über zentrale Objekte in Geschäftsabläufen an.

Welchen Nutzen habe ich als User von SAP Fiori?

Stellt euch folgendes Szenario vor: Ein vielbeschäftigter Manager steht morgens bei seinem bevorzugten Coffee Shop in der Schlange. Bereits jetzt fällt eine ganze Liste von Anträgen seiner Mitarbeiter an, die er dank SAP Fiori schnell und einfach von seinem Handy aus bearbeiten kann. Kaum im Büro angekommen, legt er auf seinem PC einige Aufträge an. Dann schnell zum ersten Meeting des Tages – zum Glück hat er schon alle notwendigen Informationen zur Tagesordnung auf einem Tablet verfügbar. SAP Fiori macht’s möglich!

SAP Fiori ermöglicht es, von fast jedem Ort aus und mit jedem Gerät mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche zu arbeiten. Die Benutzeroberfläche passt sich durch das responsive Design an die verschiedenen Geräte an. Dadurch hat man auf allen Geräten die gleiche Benutzeroberfläche zur Verfügung.

Entwickelt wurde SAP Fiori übrigens nicht nur fürs Management-Level, sondern auch für Mitarbeiter. Zum Beispiel können Self Service Workflows, Abwesenheitsanträge, Zeiterfassung oder Bestellungen durchgeführt werden, die direkt in SAP Fiori angelegt und auch dort genehmigt werden.

Während Web Dynpro sich am besten für schwierige Transaktionsanwendungen für Experten eignet, wurde Fiori dazu entworfen, einfache UIs (User Interfaces) zu bauen, die die User tagtäglich benutzen. Komplexere Anwendungen werden entweder als Web Dynpro-Applikation oder als SAPUI5-Appliktation entwickelt, welche nicht den Einschränkungen durch die Fiori-Guidelines unterliegt.

Zusammengefasst stellt Fiori eine Design-Guideline, eine neue UI-Philosophie, standardisierte Oberflächen-Bausteine (Buttons, Regler, Rahmen), das Launchpad sowie eine Reihe von Apps zur Verfügung, die diesen Regeln folgen. Nun kann man eigene Apps entwickeln, die diesen Vorgaben entsprechen. Sie basieren auf Fiori-Templates und können ins Launchpad integriert werden.

Wer sich im Detail mit den Guidelines und den Controls auseinandersetzen möchte, dem sei dieser Link ans Herz gelegt. Diese Oberfläche von SAP Fiori basiert auf SAP UI5. Und damit sich wir auch schon beim nächsten Thema.

PS: Wer sich wundert, warum plötzlich Blumen-Bilder im Zusammenhang mit SAP Fiori auftauchen, dem können wir weiterhelfen. Fiori ist italienisch und heißt – ja, richtig – Blumen!

SAP UI5 – Was ist es?

SAP UI5 (SAP User Interface for HTML 5) ist der „Werkzeugkasten“ der SAP, die Entwickler für die Erstellung von Desktop- und mobilen Anwendungen nutzen können, die in einem Internetbrowser laufen. Es basiert auf Java Script und HTML5. Es handelt sich um genau zu sein um eine Client-seitige auf HTML5-Standards basierende Javascript-Bibliothek, vergleichbar mit AngularJS und anderen Frameworks.

SAP UI5 hat folgende Vorteile:

  • Einsatz von Technologien, die auf den meisten Endgeräten funktionieren
  • Offene Standards, die auch in der NON-SAP-Entwicklung etabliert und state-of-the-art sind
  • Flexibel erweiterbar durch die Möglichkeit weitere Bibliotheken einzusetzen

Und jetzt noch ein bisschen Technik

Die genaue Architektur und die damit verbunden Fallstricke zeigen wir euch in den nächsten Beiträgen. Nur so viel schon mal vorab: Die Trennung zwischen Business-Logik und Frontend war bei der SAP noch nie so groß wie jetzt. Die Kommunikation findet ausschließlich über Services statt (XML, JSON, ODATA) und das erfordert schon bei der Planung der Anwendung ein Umdenken zu früher.

Neben den Entwicklern der SAP selbst steht SAPUI5 allen zur Verfügung, die sich mit Web-Entwicklung (HTML, CSS3, JavaScript) auskennen. SAPUI5 ist einfach im Gebrauch, basiert auf Open Source Standards und punktet mit der Integration von 3rd-Party JavaScript Bibliotheken wie beispielsweise JQuery. SAPUI5 Anwendungen laufen auf einer Vielzahl von Endgeräten (Smartphone, Tablet, Desktop) und Server-Plattformen, wie beispielsweise SAP NetWeaver AS ABAP oder Java, SAP NetWeaver Cloud sowie der Sybase Unwired Plattform. Ach ja, SAPUI5 ist nicht auf SAP-Kunden beschränkt, als OpenUI5 steht es unter Apache-Lizenz. Man kann es hier   für jeden frei zu Verfügung finden.

Ob die Welt für die Entwickler von Applikationen im SAP-Umfeld leichter geworden ist, weiß ich nicht. Sie ist definitiv freier und flexibler im Frontend geworden. Allerdings muss man auch sagen, dass der eingesetzte Strauß an neuen Technologien dafür sorgt, dass es nicht mehr ausreichend ist, ABAP und dessen Varianten zu beherrschen (WD4A, ABAP-OO, BSP).

Damit sind wir auch schon am Ende des heutigen Beitrags angelangt. Wir konnten euch hoffentlich den Weg aus dem Labyrinth zeigen. Wenn Fragen offen geblieben sind, meldet euch bei uns – wir helfen gerne weiter! Bis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Entdecken von SAP Fiori und SAPUI5!

Übrigens: Folgt uns einfach auf Facebook, dann seid ihr immer top informiert! Denn dort erscheint immer eine Meldung, sobald wir einen Beitrag im Fiori-Blog posten.

 

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Inspiricon SAP-Strategie frontend UX

Warum bei der neuen SAP Frontend Strategie der Kunde König ist

Wie angekündigt startet heute unsere neue Blog-Serie! Den Anfang macht ein Beitrag zur SAP Frontend Strategie. Denn hier hat sich zuletzt viel bewegt.

Die neue SAP Frontend Strategie zielt darauf ab, Produkte und Kunden zusammen zu bringen, indem die Prinzipien des sogenannten „Design Thinking” angewendet werden. Das ist eine Methode, die zur Lösung von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll (Quelle: Wikipedia).

Die Zeiten in denen IT, Software und Vernetzung nur Teil des Berufslebens waren, sind vorbei. Die Generation der „Digital Natives“, die erste Generation welche mit Computern aufgewachsen ist, ist gänzlich in der Berufswelt angekommen und besetzt zunehmend Entscheidungs- und Schlüsselpositionen. Diese Generation hat andere Ansprüche an Design, Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit einer Software als frühere Generationen.

New, renew and enable – so lautet das Motto der neuen Frontend-Strategie

Konsumenten-freundliche Software gewinnt immer mehr an Einfluss – die Bedienung soll einfacher werden, die Anwendungen dahinter sind jedoch oft sehr viel komplexer und anspruchsvoller als es auf den ersten Blick scheint. Diese Art von Software bahnt sich mehr und mehr ihren Weg in unser Arbeitsleben. Daher strebt es die SAP mit ihrer UX (User Experience) Strategie an, den Forderungen von Nutzern nach einer einfach zu bedienenden Software am Arbeitsplatz nachzukommen.

Die Vision der SAP ist es, Vorreiter der User Experience für Geschäftsanwendungen zu sein.

Als Mission versteht sie das zur Verfügung stellen von ansprechenden Anwendungen, die die User bei ihrer Arbeit erfolgreicher machen.

Bei einer komplexen, gewachsenen und kundenspezifisch veränderten IT-Landschaft wie sie ein SAP-Portfolio darstellt, kann man natürlich nicht einfach sagen: Mit der nächsten Version sieht alles anders aus! Eine SAP-Installation besteht aus mehreren hundert Transaktionen, zig implementierten Business-Prozessen und Tausenden einzelner Masken. Daher ist folgendes Teil der neuen SAP User Experience Strategie:

  • New: Bereitstellung von User-freundlichen UX bei neuen Anwendungen. Dies findet Gestalt in den neuen, durch die SAP zu Verfügung gestellten FIORI-Apps.
  • Renew: Erneuerung von bestehenden Anwendungen, indem die UX für die meist genutzten Geschäftsszenarios überarbeitet werden. Bestehende Anwendungen, welche nicht zeitnah neu erstellt werden, werden durch „Screen Personas“ (Personalisierung der SAP-ERP-Oberflächen) und andere Tools in die neue Landschaft eingebunden.
  • Enable: Den Kunden wird es ermöglicht, mit verschiedenen Werkzeugen die UX der SAP Software zu verbessern. Durch die neue Web-IDE (IDE = Integrated Development Environment, Web-IDE = Browser-basierte IDE, um Weboberflächen zu bauen) und SAPUI5 werden Kunden in die Lage versetzt, ihre eigenen Applikationen der neuen UX-Strategie folgend zu entwickeln.

Jederzeit, immer und überall

Software wird heute von fast jedem überall genutzt, wir nehmen sie manchmal gar nicht mehr richtig wahr:

  • Smartphones, Tablets und Laptops machen uns den Zugriff auf Services, Applikationen und Informationen einfach – ob privat oder geschäftlich spielt dabei keine Rolle.
  • IT ist nicht mehr länger nur einer kleinen Gruppe von Experten zugänglich.
  • Der Wunsch nach „coolen“ Geräten besteht – sie werden manchmal sogar zu Statussymbolen.
  • Das erhöht die Erwartungshaltung an Software: sie darf nicht nur nützlich sein, damit sie genutzt wird, sie muss vor allem auch „Spaß“ machen. Dies gilt natürlich nicht nur für den privaten Bereich sondern immer mehr auch für geschäftliche Applikationen.

Von der Funktion zur Rolle

Neben der optischen Erneuerung der Software folgt die SAP im Design-Thinking-Context auch dem Ansatz, den User in seiner Arbeit optimal zu unterstützen. Dazu vollzieht die SAP einen radikalen Wandel in ihrer Art, wie die Software für den User organisiert ist. Stand vorher das Modul (SD, PP usw.) und die einzelne Transaktionen im Vordergrund, so geht man jetzt den Weg in eine rollenbasierte Organisation. Alle Funktionen, die ein User zur Erfüllung seiner Rolle benötigt, erscheinen auf einem Screen. So muss er sich nicht mehr durch die einzelnen Module bewegen, um seine Arbeit zu erledigen, sondern sieht alles im wahrsten Sinne des Wortes auf einen Blick.

Unser Fazit

Der Paradigmen-Wechsel weg von der Funktion hin zur Rolle wurde „endlich?“ auch von der SAP vollzogen. Durch die neuen UX-Möglichkeiten kann eine SAP-Anwendung ebenso „sexy“ sein, wie wir es von iOS oder Android-Apps gewohnt sind.

In diesem Zusammenhang wollen wir auch die Business Suite 4 SAP HANA“ – kurz S/4HANA – nicht unerwähnt lassen. Denn die HTML5-Fiori-Oberflächen dienen als Garanten für die angestrebte neue „Einfachheit“ der SAP Applikationen. Lest dazu auch diesen Artikel.

Haben wir euch bisher erzählt, was die Hintergründe und die Strategie der SAP zur UI ist, so werden wir euch mit den nächsten Beiträgen Hands-on mitnehmen und gemeinsam versuchen wir das umzusetzen, was die SAP sich gedacht hat.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch zu diesen Themen und laden alle ein, uns per E-Mail oder auch auf Facebook und Google+ zu kontaktieren. Lest nächste Woche mehr über SAP Fiori und SAPUI5.

 

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inspiricon sap fiori blog

Neue Blog-Serie der Inspiricon

Hallo liebe Community,

ab heute werden wir euch in diesem Blog mit Infos aus aktuellen Projekten, neuen Technologien und spannenden Themen aus den drei IT-Welten versorgen. Wir beginnen mit einer Blog-Serie über unsere Erfahrungen mit dem neuen UX-Tool Fiori und der neuen UI-Basis-Technologie SAPUI5 der SAP.

In einem 2-wöchigen Rhythmus nehmen wir euch mit auf eine technologische Reise – unter  anderem zu diesen Themen:

  • Überblick über die neue Frontend-Strategie der SAP
  • Was ist SAP Fiori? Was ist SAPUI5? Wir leiten euch durch das Labyrinth der Begrifflichkeiten.
  • Wie sieht die Architektur einer SAPUI5-Anwendung bzw. einer Fiori-Anwendung aus?
  • Wie baut man eine Testumgebung auf? Schritt für Schritt erklärt.
  • Die erste Fiori-Anwendung – Hello World, Hello Fiori!

Wir berichten über Hintergründe, Fallstricke und Erfahrungen, die euch dabei helfen sollen, den Umgang mit der neuen UX der SAP zu erleichtern – und die euch Lust auf mehr machen sollen!

Habt ihr Interesse an diesem oder einem anderen Thema aus den drei Welten? Ihr seid interessiert an mehr Informationen oder wünscht euch ein Gespräch mit Fachleuten dazu? Dann wendet euch gerne an unser Experten-Team Claudio Volk und Jörg Waldenmayer.

Wir wünschen euch viel Spaß bei der Blog-Lektüre – schon diese Woche gibt es den ersten Beitrag!

 

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