Inspiricon SAP-Strategie frontend UX

Warum bei der neuen SAP Frontend Strategie der Kunde König ist

Wie angekündigt startet heute unsere neue Blog-Serie! Den Anfang macht ein Beitrag zur SAP Frontend Strategie. Denn hier hat sich zuletzt viel bewegt.

Die neue SAP Frontend Strategie zielt darauf ab, Produkte und Kunden zusammen zu bringen, indem die Prinzipien des sogenannten „Design Thinking” angewendet werden. Das ist eine Methode, die zur Lösung von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll (Quelle: Wikipedia).

Die Zeiten in denen IT, Software und Vernetzung nur Teil des Berufslebens waren, sind vorbei. Die Generation der „Digital Natives“, die erste Generation welche mit Computern aufgewachsen ist, ist gänzlich in der Berufswelt angekommen und besetzt zunehmend Entscheidungs- und Schlüsselpositionen. Diese Generation hat andere Ansprüche an Design, Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit einer Software als frühere Generationen.

New, renew and enable – so lautet das Motto der neuen Frontend-Strategie

Konsumenten-freundliche Software gewinnt immer mehr an Einfluss – die Bedienung soll einfacher werden, die Anwendungen dahinter sind jedoch oft sehr viel komplexer und anspruchsvoller als es auf den ersten Blick scheint. Diese Art von Software bahnt sich mehr und mehr ihren Weg in unser Arbeitsleben. Daher strebt es die SAP mit ihrer UX (User Experience) Strategie an, den Forderungen von Nutzern nach einer einfach zu bedienenden Software am Arbeitsplatz nachzukommen.

Die Vision der SAP ist es, Vorreiter der User Experience für Geschäftsanwendungen zu sein.

Als Mission versteht sie das zur Verfügung stellen von ansprechenden Anwendungen, die die User bei ihrer Arbeit erfolgreicher machen.

Bei einer komplexen, gewachsenen und kundenspezifisch veränderten IT-Landschaft wie sie ein SAP-Portfolio darstellt, kann man natürlich nicht einfach sagen: Mit der nächsten Version sieht alles anders aus! Eine SAP-Installation besteht aus mehreren hundert Transaktionen, zig implementierten Business-Prozessen und Tausenden einzelner Masken. Daher ist folgendes Teil der neuen SAP User Experience Strategie:

  • New: Bereitstellung von User-freundlichen UX bei neuen Anwendungen. Dies findet Gestalt in den neuen, durch die SAP zu Verfügung gestellten FIORI-Apps.
  • Renew: Erneuerung von bestehenden Anwendungen, indem die UX für die meist genutzten Geschäftsszenarios überarbeitet werden. Bestehende Anwendungen, welche nicht zeitnah neu erstellt werden, werden durch „Screen Personas“ (Personalisierung der SAP-ERP-Oberflächen) und andere Tools in die neue Landschaft eingebunden.
  • Enable: Den Kunden wird es ermöglicht, mit verschiedenen Werkzeugen die UX der SAP Software zu verbessern. Durch die neue Web-IDE (IDE = Integrated Development Environment, Web-IDE = Browser-basierte IDE, um Weboberflächen zu bauen) und SAPUI5 werden Kunden in die Lage versetzt, ihre eigenen Applikationen der neuen UX-Strategie folgend zu entwickeln.

Jederzeit, immer und überall

Software wird heute von fast jedem überall genutzt, wir nehmen sie manchmal gar nicht mehr richtig wahr:

  • Smartphones, Tablets und Laptops machen uns den Zugriff auf Services, Applikationen und Informationen einfach – ob privat oder geschäftlich spielt dabei keine Rolle.
  • IT ist nicht mehr länger nur einer kleinen Gruppe von Experten zugänglich.
  • Der Wunsch nach „coolen“ Geräten besteht – sie werden manchmal sogar zu Statussymbolen.
  • Das erhöht die Erwartungshaltung an Software: sie darf nicht nur nützlich sein, damit sie genutzt wird, sie muss vor allem auch „Spaß“ machen. Dies gilt natürlich nicht nur für den privaten Bereich sondern immer mehr auch für geschäftliche Applikationen.

Von der Funktion zur Rolle

Neben der optischen Erneuerung der Software folgt die SAP im Design-Thinking-Context auch dem Ansatz, den User in seiner Arbeit optimal zu unterstützen. Dazu vollzieht die SAP einen radikalen Wandel in ihrer Art, wie die Software für den User organisiert ist. Stand vorher das Modul (SD, PP usw.) und die einzelne Transaktionen im Vordergrund, so geht man jetzt den Weg in eine rollenbasierte Organisation. Alle Funktionen, die ein User zur Erfüllung seiner Rolle benötigt, erscheinen auf einem Screen. So muss er sich nicht mehr durch die einzelnen Module bewegen, um seine Arbeit zu erledigen, sondern sieht alles im wahrsten Sinne des Wortes auf einen Blick.

Unser Fazit

Der Paradigmen-Wechsel weg von der Funktion hin zur Rolle wurde „endlich?“ auch von der SAP vollzogen. Durch die neuen UX-Möglichkeiten kann eine SAP-Anwendung ebenso „sexy“ sein, wie wir es von iOS oder Android-Apps gewohnt sind.

In diesem Zusammenhang wollen wir auch die Business Suite 4 SAP HANA“ – kurz S/4HANA – nicht unerwähnt lassen. Denn die HTML5-Fiori-Oberflächen dienen als Garanten für die angestrebte neue „Einfachheit“ der SAP Applikationen. Lest dazu auch diesen Artikel.

Haben wir euch bisher erzählt, was die Hintergründe und die Strategie der SAP zur UI ist, so werden wir euch mit den nächsten Beiträgen Hands-on mitnehmen und gemeinsam versuchen wir das umzusetzen, was die SAP sich gedacht hat.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch zu diesen Themen und laden alle ein, uns per E-Mail oder auch auf Facebook und Google+ zu kontaktieren. Lest nächste Woche mehr über SAP Fiori und SAPUI5.

 

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Lead Consultant
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