Was macht einen Manager zu einem herausragenden Manager?

Was macht einen Manager zu einem herausragenden Manager?

Als Personaler steht man häufig vor der Aufgabe, Brücken zwischen der Führungsebene und den Mitarbeitern zu schlagen. Darum interessiert mich auch die Frage, was genau einen Manager zu einem wichtigen Asset für sein Unternehmen macht.

Wir sind uns sicherlich einig, dass Manager über Wohl und Wehe des Arbeitsumfelds entscheiden können. Und zweifellos gab es in deinem Berufsleben auch einen Menschen, den du als „besten Vorgesetzten, den ich jemals hatte“ beschreiben würdest. Das klingt fast schon utopisch und was genau verstehen wir eigentlich darunter? Was macht einen Manager zu einem herausragenden Manager, dessen Team auch in vielen Jahren noch gerne an ihn zurückdenkt?

Dieses Thema wurde schon in zahllosen Artikeln und Büchern behandelt, handelt es sich doch um eine brennende Frage, die jeder endgültig beantwortet sehen möchte. Ich bin überzeugt, dass es keine einfache und endgültige Antwort gibt. Aber ausgehend von allem, was ich bisher gelesen habe und den Gesprächen, die ich zu diesem Thema geführt habe, gibt es auf jeden Fall ein Merkmal, das alle wirklich guten Manager ausmacht: Sie müssen ihre Mitarbeiter sehr gut kennen und ihre Eigenschaften und Stärken richtig einzusetzen wissen. In der Personalforschung wird auch immer wieder beobachtet, dass die besten Manager zudem echte Führungsverantwortung für ihre Teams übernehmen. Sie gehen nicht nur voran, sie inspirieren Menschen für ein gemeinsames Ziel zusammenzuarbeiten und sorgen gleichzeitig für eine enge Bindung an das Unternehmen.

Wie passen die Puzzleteile zusammen?

Ein Team aufzubauen oder ein Unternehmen zu koordinieren erfordert eine klare Strategie – und Personalfachkräfte sind ein wichtiger Teil dieser Strategie. Und genau aus diesem Grund ist jeder einzelne Mitarbeiter im Unternehmen ein Teil des Puzzles und die Führungskräfte müssen den richtigen Platz für sie finden. Die wirkliche Herausforderung ist es, nicht nur die Dinge zu beachten, die die Menschen zusammenbringen, sondern auch ihre Unterschiede herauszuarbeiten und diese Unterschiede zu nutzen, um Qualität in Leistung umzusetzen und so das Unternehmen voranzubringen.

Im Harvard Business Review finden sich viele Artikel zum Thema Personalwesen, die argumentieren, dass moderne Manager damit aufhören müssen, ihre Mitarbeiter im Sinne der Unternehmenspolitik verändern zu wollen. Sie sollten sich vielmehr darum bemühen, ihre individuellen Charaktereigenschaften einschließlich aller Eigenarten herauszuarbeiten, und sie dabei unterstützen, diese Eigenschaften bestmöglich zum Tragen zu bringen und dabei das Beste aus sich zu machen. Auf diese Weise entsteht auch für das Unternehmen eine Win-win-Situation. Die Rollen im Unternehmen sollten regelmäßig angepasst werden, damit die Stärken jedes Einzelnen gewinnbringend eingesetzt werden können.

Wie Du dein Team motivierst

Auch Anerkennung kann am Arbeitsplatz stark motivierend wirken und ein guter Manager sollte wissen, wie er sie seinem Team entgegenbringen kann. Denn ein Mitarbeiter, der Wertschätzung erfährt, wird größere Anstrengungen in den Erfolg des Unternehmens investieren.

Und mit Anerkennung meinen wir nicht unbedingt Geschenke oder Fleißkärtchen. Manchmal können schon eine gute Beurteilung und einige warme Worte zum richtigen Zeitpunkt gesprochen viel mehr wert sein. Denn bei Mitarbeitern, die sich geschätzt oder unterstützt fühlen, verbessert sich in aller Regel die Arbeitsmoral, die Produktivität und auch die Bindung an das Unternehmen. Zwar gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen von Anerkennung und es kann durchaus schwierig sein, dieses Bedürfnis zu erfüllen, aber genau darum müssen Manager immer sehr genau darauf achten, was ihre Mitarbeiter wirklich antreibt.

Natürlich haben Menschen nicht nur Stärken, sondern auch ganz individuelle Schwächen, die im Rahmen von Gesprächen und regelmäßigen Beurteilungen ermittelt werden sollten. Eine langfristige Strategie für jedes Unternehmen sollte auch Anleitungs- und Schulungsangebote umfassen, damit ihre Mitarbeiter diese Schwächen so weit wie möglich überwinden können.

Eine weitere mögliche Herangehensweise wäre es, ihnen einen „Buddy“ an die Seite zu stellen, also einen Kollegen mit ergänzenden Stärken und Schwachstellen, um so ein herausragendes Team zu schaffen. Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, sind langfristig auch am produktivsten.

Um Paul Spiegelman, CEO von Beryl Companies, zu zitieren: „Wenn Sie Mitarbeiter wollen, die ein berechtigtes Eigeninteresse am großen Ganzen haben, dann behandeln Sie sie auch wie Stakeholder … Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz als gute Investition betrachten, erledigen ihre Arbeit mit mehr Leidenschaft, Produktivität und Fokus, was auch Ihrem Unternehmen höhere Gewinnspannen beschert.“

Teamgeist ist der Schlüssel

Zu guter Letzt ist ein guter Manager in der Lage, den Teamgeist in seinem Unternehmen zu fördern. Es ist kein Geheimnis, dass die besten Teams nicht aus dem Nichts entstehen. Sie werden aufgebaut und das ist alles andere als einfach. Der Aufbau eines effektiven Teams liegt in der Hand der Führungsebene und wird stark von der Unternehmenskultur, von Aufgeschlossenheit und klarer Kommunikation geprägt. Der erste Schritt hin zu einem effektiven Team beginnt schon mit dem Rekrutierungsprozess – Manager sollten also eine enge Partnerschaft mit der Personalabteilung pflegen und so ihren Beitrag zur Entwicklung von optimalen Strategien leisten, mit denen die geeigneten Talente auf das Unternehmen aufmerksam gemacht werden können.

Sprechen wir von Teams, vernachlässigen wir viel zu oft die Tatsache, dass nicht jeder Zusammenschluss von Menschen, die gemeinsam arbeiten, auch wirklich als Team funktioniert. Eine Gruppe von Menschen wird noch lange nicht zu einem Team, nur weil wir es so nennen. Darum müssen wir uns fragen: „Was macht ein Team aus?. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Verantwortung für ein gemeinsames Ziel – gepaart mit gegenseitiger Unterstützung und einem guten Regelwerk – Menschen zusammenschweißt. Darum müssen Manager ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf die Einzelleistung ihrer Mitarbeiter richten, sondern auch das gemeinsam Erreichte berücksichtigen. Sie sollten sich darüber hinaus auch für gemeinsame Werte einsetzen, mit denen sich ihre Mitarbeiter identifizieren können.

Höchstleistungen werden dann erreicht, wenn Menschen sich beim Streben nach einem gemeinsamen Ziele gegenseitig ergänzen und jeder Einzelne Verantwortung für etwas übernehmen kann. Dieser gemeinsame Zweck kann auch in KPIs (Key Performance Indicators) ausgedrückt werden, um so das Interesse der beteiligten Personen noch mehr zu steigern. Engagement und Hingabe sind Teil eines jeden guten Teams.

Es gibt auch Stimmen, die warnen, dass die Beteiligung der Managementebene in bestehenden, kleineren Teams durchaus auch Schaden anrichten kann. In der Realität leitet sich die Zielsetzung eines Teams jedoch meist von den Erwartungen des Managements ab; es sei denn natürlich, es handelt sich um unternehmerische Initiativen, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema. Um die Leistungsfähigkeit ihrer Teams zu gewährleisten, muss die Führungsebene sie anleiten und Leitlinien aufstellen, ihnen dabei aber auch den Freiraum einräumen, ihre jeweiligen Aufgaben ganz individuell zu prägen.

Das ist Inspiricon

Abschließend lässt sich festhalten, dass es nicht einfach ist, ein erfolgreicher Manager zu sein, der seine Mitarbeiter durch Führungsstärke beflügelt und befähigt. Und genau darum gibt es nur eine kleine Anzahl derer, die dazu wirklich in der Lage sind. Den es reicht längst nicht aus, Mitarbeiter zu führen.

Hier bei Inspiricon wissen wir, dass es auch darauf ankommt, eine offene Kommunikation zu pflegen, aktiv zuzuhören, mit gutem Beispiel voranzugehen, unsere eigenen Fehler und Schwachstellen nicht zu verstecken und die Ziele des Unternehmens mit den Leidenschaften unserer Mitarbeiter in Einklang zu bringen. Darum bemühen wir uns jeden Tag aufs Neue, die Erwartungen der Menschen zu erfüllen und uns unsere Transparenz als einen unserer Grundwerte zu erhalten.

Quellen:

  • “The Wisdom of Teams: Creating the High-Performance Organization” – Jon R. Katzenbach & Douglas K. Smith
  • “What great managers do” – Marcus Buckingham – Harvard Business Review
  • “People Management” – Harvard Business Review’s 10 must reads
Autor dieses Beitrags
Diana Luca HR Consultant
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: cluj@inspiricon.de