Inspiricon SAP-fiori SAP-UI5

SAP Fiori – was ist es? Und was versteht man unter SAPUI5?

Die SAP ist bekannt dafür, immer wieder neue Namen und Begriffe ins Spiel zu bringen. Wir leiten euch durch das Labyrinth der Begrifflichkeiten.

SAP Fiori – ein Blumenstrauß an Möglichkeiten

SAP Fiori ist die neue User Experience (UX, also das Benutzererlebnis) für SAP Software. Dabei werden moderne Design-Prinzipien angewandt, um eine komplett neuartige User Experience zu schaffen. SAP Fiori UX repräsentiert ein neues personalisiertes, reaktionsschnelles und einfaches Benutzererlebnis über verschiedene Endgeräte hinweg.

Es gibt mehr als 400 Rollen-basierte SAP Fiori Applikationen für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche, dazu gehören Personal, Finanzen, Herstellung, Beschaffung sowie Vertrieb. Rollen-basiert heißt, dass die User nur Zugang zu Applikationen erhalten, zu denen sie auch anhand ihres Nutzerprofils zugelassen wurden.

Und das sind die Applikations-Typen von SAP Fiori

  • Transactional Apps, die den Usern erlauben, sogenannte transaktionale Aufgaben zu erledigen. Das kann beispielsweise die Genehmigung einer Dienstreise, Urlaubsantrages oder eines Budgets sein.
  • Analytical Apps, die den Usern Zugriff auf Kennzahlen gestatten. Dazu gehört unter anderem der (tages-) aktuelle Umsatz, die Umsatzentwicklung der letzten 5 Tage usw.
  • Fact Sheets, diese zeigen Informationen und wichtige Schlüsselfaktoren über zentrale Objekte in Geschäftsabläufen an.

Welchen Nutzen habe ich als User von SAP Fiori?
Stellt euch folgendes Szenario vor: Ein vielbeschäftigter Manager steht morgens bei seinem bevorzugten Coffee Shop in der Schlange. Bereits jetzt fällt eine ganze Liste von Anträgen seiner Mitarbeiter an, die er dank SAP Fiori schnell und einfach von seinem Handy aus bearbeiten kann. Kaum im Büro angekommen, legt er auf seinem PC einige Aufträge an. Dann schnell zum ersten Meeting des Tages – zum Glück hat er schon alle notwendigen Informationen zur Tagesordnung auf einem Tablet verfügbar. SAP Fiori macht’s möglich! SAP Fiori ermöglicht es, von fast jedem Ort aus und mit jedem Gerät mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche zu arbeiten. Die Benutzeroberfläche passt sich durch das responsive Design an die verschiedenen Geräte an. Dadurch hat man auf allen Geräten die gleiche Benutzeroberfläche zur Verfügung.

Entwickelt wurde SAP Fiori übrigens nicht nur fürs Management-Level, sondern auch für Mitarbeiter. Zum Beispiel können Self Service Workflows, Abwesenheitsanträge, Zeiterfassung oder Bestellungen durchgeführt werden, die direkt in SAP Fiori angelegt und auch dort genehmigt werden.

Während Web Dynpro sich am besten für schwierige Transaktionsanwendungen für Experten eignet, wurde Fiori dazu entworfen, einfache UIs (User Interfaces) zu bauen, die die User tagtäglich benutzen. Komplexere Anwendungen werden entweder als Web Dynpro-Applikation oder als SAPUI5-Appliktation entwickelt, welche nicht den Einschränkungen durch die Fiori-Guidelines unterliegt.

Zusammengefasst stellt Fiori eine Design-Guideline, eine neue UI-Philosophie, standardisierte Oberflächen-Bausteine (Buttons, Regler, Rahmen), das Launchpad sowie eine Reihe von Apps zur Verfügung, die diesen Regeln folgen. Nun kann man eigene Apps entwickeln, die diesen Vorgaben entsprechen. Sie basieren auf Fiori-Templates und können ins Launchpad integriert werden.

Wer sich im Detail mit den Guidelines und den Controls auseinandersetzen möchte, dem sei dieser Link http://experience.sap.com/Fiori-guidelines/index.html ans Herz gelegt. Diese Oberfläche von SAP Fiori basiert auf SAP UI5. Und damit sich wir auch schon beim nächsten Thema.

PS: Wer sich wundert, warum plötzlich Blumen-Bilder im Zusammenhang mit SAP Fiori auftauchen, dem können wir weiterhelfen. Fiori ist italienisch und heißt – ja, richtig – Blumen!

 

SAP UI5 – Was ist es?

SAP UI5 (SAP User Interface for HTML 5) ist der „Werkzeugkasten“ der SAP, die Entwickler für die Erstellung von Desktop- und mobilen Anwendungen nutzen können, die in einem Internetbrowser laufen. Es basiert auf Java Script und HTML5. Es handelt sich um genau zu sein um eine Client-seitige auf HTML5-Standards basierende Javascript-Bibliothek, vergleichbar mit AngularJS und anderen Frameworks.

SAP UI5 hat folgende Vorteile:

  • Einsatz von Technologien, die auf den meisten Endgeräten funktionieren
  • Offene Standards, die auch in der NON-SAP-Entwicklung etabliert und state-of-the-art sind
  • Flexibel erweiterbar durch die Möglichkeit weitere Bibliotheken einzusetzen

Und jetzt noch ein bisschen Technik
Die genaue Architektur und die damit verbunden Fallstricke zeigen wir euch in den nächsten Beiträgen. Nur so viel schon mal vorab: Die Trennung zwischen Business-Logik und Frontend war bei der SAP noch nie so groß wie jetzt. Die Kommunikation findet ausschließlich über Services statt (XML, JSON, ODATA) und das erfordert schon bei der Planung der Anwendung ein Umdenken zu früher.

Neben den Entwicklern der SAP selbst steht SAPUI5 allen zur Verfügung, die sich mit Web-Entwicklung (HTML, CSS3, JavaScript) auskennen. SAPUI5 ist einfach im Gebrauch, basiert auf Open Source Standards und punktet mit der Integration von 3rd-Party JavaScript Bibliotheken wie beispielsweise JQuery. SAPUI5 Anwendungen laufen auf einer Vielzahl von Endgeräten (Smartphone, Tablet, Desktop) und Server-Plattformen, wie beispielsweise SAP NetWeaver AS ABAP oder Java, SAP NetWeaver Cloud sowie der Sybase Unwired Plattform. Ach ja, SAPUI5 ist nicht auf SAP-Kunden beschränkt, als OpenUI5 steht es unter Apache-Lizenz und steht unter http://openui5.org/ für jeden frei zu Verfügung.

Ob die Welt für die Entwickler von Applikationen im SAP-Umfeld leichter geworden ist, weiß ich nicht. Sie ist definitiv freier und flexibler im Frontend geworden. Allerdings muss man auch sagen, dass der eingesetzte Strauß an neuen Technologien dafür sorgt, dass es nicht mehr ausreichend ist, ABAP und dessen Varianten zu beherrschen (WD4A, ABAP-OO, BSP).

 

Damit sind wir auch schon am Ende des heutigen Beitrags angelangt. Wir konnten euch hoffentlich den Weg aus dem Labyrinth zeigen. Wenn Fragen offen geblieben sind, meldet euch bei uns – wir helfen gerne weiterBis zum nächsten Mal und viel Spaß beim Entdecken von SAP Fiori und SAPUI5!

Übrigens: Folgt uns einfach auf Facebook, dann seid ihr immer top informiert! Denn dort erscheint immer eine Meldung, sobald wir einen Beitrag im Fiori-Blog posten.

 

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Lead Consultant
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: info@inspiricon.de
Inspiricon SAP-Strategie frontend UX

Warum bei der neuen SAP Frontend Strategie der Kunde König ist

Wie angekündigt startet heute unsere neue Blog-Serie! Den Anfang macht ein Beitrag zur SAP Frontend Strategie. Denn hier hat sich zuletzt viel bewegt.

Die neue SAP Frontend Strategie zielt darauf ab, Produkte und Kunden zusammen zu bringen, indem die Prinzipien des sogenannten „Design Thinking” angewendet werden. Das ist eine Methode, die zur Lösung von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen führen soll (Quelle: Wikipedia).

Die Zeiten in denen IT, Software und Vernetzung nur Teil des Berufslebens waren, sind vorbei. Die Generation der „Digital Natives“, die erste Generation welche mit Computern aufgewachsen ist, ist gänzlich in der Berufswelt angekommen und besetzt zunehmend Entscheidungs- und Schlüsselpositionen. Diese Generation hat andere Ansprüche an Design, Leistungsfähigkeit und Benutzerfreundlichkeit einer Software als frühere Generationen.

New, renew and enable – so lautet das Motto der neuen Frontend-Strategie

Konsumenten-freundliche Software gewinnt immer mehr an Einfluss – die Bedienung soll einfacher werden, die Anwendungen dahinter sind jedoch oft sehr viel komplexer und anspruchsvoller als es auf den ersten Blick scheint. Diese Art von Software bahnt sich mehr und mehr ihren Weg in unser Arbeitsleben. Daher strebt es die SAP mit ihrer UX (User Experience) Strategie an, den Forderungen von Nutzern nach einer einfach zu bedienenden Software am Arbeitsplatz nachzukommen.

Die Vision der SAP ist es, Vorreiter der User Experience für Geschäftsanwendungen zu sein.

Als Mission versteht sie das zur Verfügung stellen von ansprechenden Anwendungen, die die User bei ihrer Arbeit erfolgreicher machen.

Bei einer komplexen, gewachsenen und kundenspezifisch veränderten IT-Landschaft wie sie ein SAP-Portfolio darstellt, kann man natürlich nicht einfach sagen: Mit der nächsten Version sieht alles anders aus! Eine SAP-Installation besteht aus mehreren hundert Transaktionen, zig implementierten Business-Prozessen und Tausenden einzelner Masken. Daher ist folgendes Teil der neuen SAP User Experience Strategie:

  • New: Bereitstellung von User-freundlichen UX bei neuen Anwendungen. Dies findet Gestalt in den neuen, durch die SAP zu Verfügung gestellten FIORI-Apps.
  • Renew: Erneuerung von bestehenden Anwendungen, indem die UX für die meist genutzten Geschäftsszenarios überarbeitet werden. Bestehende Anwendungen, welche nicht zeitnah neu erstellt werden, werden durch „Screen Personas“ (Personalisierung der SAP-ERP-Oberflächen) und andere Tools in die neue Landschaft eingebunden.
  • Enable: Den Kunden wird es ermöglicht, mit verschiedenen Werkzeugen die UX der SAP Software zu verbessern. Durch die neue Web-IDE (IDE = Integrated Development Environment, Web-IDE = Browser-basierte IDE, um Weboberflächen zu bauen) und SAPUI5 werden Kunden in die Lage versetzt, ihre eigenen Applikationen der neuen UX-Strategie folgend zu entwickeln.

 

Jederzeit, immer und überall

Software wird heute von fast jedem überall genutzt, wir nehmen sie manchmal gar nicht mehr richtig wahr:

  • Smartphones, Tablets und Laptops machen uns den Zugriff auf Services, Applikationen und Informationen einfach – ob privat oder geschäftlich spielt dabei keine Rolle.
  • IT ist nicht mehr länger nur einer kleinen Gruppe von Experten zugänglich.
  • Der Wunsch nach „coolen“ Geräten besteht – sie werden manchmal sogar zu Statussymbolen.
  • Das erhöht die Erwartungshaltung an Software: sie darf nicht nur nützlich sein, damit sie genutzt wird, sie muss vor allem auch „Spaß“ machen. Dies gilt natürlich nicht nur für den privaten Bereich sondern immer mehr auch für geschäftliche Applikationen.

 

Von der Funktion zur Rolle

Neben der optischen Erneuerung der Software folgt die SAP im Design-Thinking-Context auch dem Ansatz, den User in seiner Arbeit optimal zu unterstützen. Dazu vollzieht die SAP einen radikalen Wandel in ihrer Art, wie die Software für den User organisiert ist. Stand vorher das Modul (SD, PP usw.) und die einzelne Transaktionen im Vordergrund, so geht man jetzt den Weg in eine rollenbasierte Organisation. Alle Funktionen, die ein User zur Erfüllung seiner Rolle benötigt, erscheinen auf einem Screen. So muss er sich nicht mehr durch die einzelnen Module bewegen, um seine Arbeit zu erledigen, sondern sieht alles im wahrsten Sinne des Wortes auf einen Blick.

 

Unser Fazit

Der Paradigmen-Wechsel weg von der Funktion hin zur Rolle wurde „endlich?“ auch von der SAP vollzogen. Durch die neuen UX-Möglichkeiten kann eine SAP-Anwendung ebenso „sexy“ sein, wie wir es von iOS oder Android-Apps gewohnt sind.

In diesem Zusammenhang wollen wir auch die Business Suite 4 SAP HANA“ – kurz S/4HANA – nicht unerwähnt lassen. Denn die HTML5-Fiori-Oberflächen dienen als Garanten für die angestrebte neue „Einfachheit“ der SAP Applikationen. Lest dazu auch diesen Artikel.

 

Haben wir euch bisher erzählt, was die Hintergründe und die Strategie der SAP zur UI ist, so werden wir euch mit den nächsten Beiträgen Hands-on mitnehmen und gemeinsam versuchen wir das umzusetzen, was die SAP sich gedacht hat.

Wir freuen uns auf einen regen Austausch zu diesen Themen und laden alle ein, uns per E-Mail oder auch auf Facebook und Google+ zu kontaktieren. Lest nächste Woche mehr über SAP Fiori und SAPUI5.

 

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Lead Consultant
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: info@inspiricon.de
inspiricon sap fiori blog

Neue Blog-Serie der Inspiricon

Hallo liebe Community,

ab heute werden wir euch in diesem Blog mit Infos aus aktuellen Projekten, neuen Technologien und spannenden Themen aus den drei IT-Welten versorgen. Wir beginnen mit einer Blog-Serie über unsere Erfahrungen mit dem neuen UX-Tool Fiori und der neuen UI-Basis-Technologie SAPUI5 der SAP.

In einem 2-wöchigen Rhythmus nehmen wir euch mit auf eine technologische Reise – unter  anderem zu diesen Themen:

  • Überblick über die neue Frontend-Strategie der SAP
  • Was ist SAP Fiori? Was ist SAPUI5? Wir leiten euch durch das Labyrinth der Begrifflichkeiten.
  • Wie sieht die Architektur einer SAPUI5-Anwendung bzw. einer Fiori-Anwendung aus?
  • Wie baut man eine Testumgebung auf? Schritt für Schritt erklärt.
  • Die erste Fiori-Anwendung – Hello World, Hello Fiori!

Wir berichten über Hintergründe, Fallstricke und Erfahrungen, die euch dabei helfen sollen, den Umgang mit der neuen UX der SAP zu erleichtern – und die euch Lust auf mehr machen sollen!

Habt ihr Interesse an diesem oder einem anderen Thema aus den drei Welten? Ihr seid interessiert an mehr Informationen oder wünscht euch ein Gespräch mit Fachleuten dazu? Dann wendet euch gerne an unser Experten-Team Claudio Volk und Jörg Waldenmayer.

Wir wünschen euch viel Spaß bei der Blog-Lektüre – schon diese Woche gibt es den ersten Beitrag!

 

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Lead Consultant
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
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