Ein Erfahrungsbericht zum Upgrade auf SAP BW 7.5 oder „Unverhofft kommt oft“

Hallo zusammen,

heute gibt es einen Erfahrungsbericht aus einem unserer letzten Kunden-Projekte. Es ist immer wieder spannend zu den ersten zu gehören, die mit neuen Releases, Support-Packages oder Tools arbeiten dürfen. Allerdings gibt es hierbei durchaus Tücken. Von einer solchen Überraschung handelt dieser Bericht.

Wir entwickelten im Rahmen einer Migration sehr viele Daten-Modelle basierend auf den „neuen“ Objekten ADSO (Advanced Datastore Objects) und Composite Provider, um diese als HANA-Views verfügbar zu machen und anschließend mit Native HANA-Mitteln weiterzuverarbeiten.

In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf ein Problem, welches beim Upgrade von SAP BW 7.4 auf BW 7.5 auftrat. Dieses Upgrade fand während unseres Projektes statt.

Wie gesagt unsere Datenmodelle basieren hier vor allem auf ADSOs. Diese ADSOs können so modelliert werden, dass sie sich wie ein Cube verhalten oder wie ein klassisches DSO. Sprich entweder sie haben einen dedizierten Schlüssel (Variante DSO) oder alle Merkmale bilden gemeinsam den Schlüssel (Cube).

Ein weiterer Unterschied zwischen einem Cube und einem DSO ist, wie die Einheiten von Kennzahlen verwendet werden:

Bei Cubes gehört die Einheit zur Kennzahl: sie werden bei Transformationen in einer Regel verarbeitet.

cube-regel

Bei DSOs sieht es etwas anders aus. Hier wird die Einheit als separates Feld behandelt (also in Transformationen in 2 Regeln).

DSO

DSO-Feld

Unter SAP BW 7.4 wurden alle ADSOs wie DSOs behandelt (zwei Regeln).

Wir staunten also nicht schlecht, als nach dem Upgrade die Transformationen zu allen ADSOs, die wie Cubes modelliert waren, nicht mehr funktionierten. Wir erhielten keine Fehlermeldungen, vielmehr kam es zu Verschiebung der Daten zwischen den Feldern. Es waren ja jetzt weniger Felder in der Zielstruktur. Als wir dann versuchten die Transformationen zu untersuchen, erhielten wir folgenden Fehler:

Transformation-Fehler

Wie erwähnt kam der Fehler nicht direkt und auch die Datentransferprozesse (DTPs) liefen teilweise „sauber“, also ohne Fehlermeldung. Die Transformationen selbst wurden als aktiv angezeigt. Die Fehlermeldung erschien immer nur dann, wenn die Transformation geöffnet wurde. War keine besondere Logik hinterlegt, wurde sogar, wenn man die Transformation im Änderungsmodus öffnete, als automatischer Vorschlag die fehlende Einheit zugewiesen.

Leider gab es zum damaligen Zeitpunkt keine Korrektur von der SAP! Uns blieb an dieser Stelle nichts anderes übrig, als die Fehler manuell zu korrigieren.

Kennt eine/r von euch das Problem? Gibt es mittlerweile eine Lösung der SAP?

Wir standen vor der Wahl alle ADSOs auf den Modus „Standard-DSO“ umzustellen und dann zu hoffen, dass die automatische Aktivierung die Transformationen wieder korrekt zuordnet.
Oder wir mussten alle Transformationen auf dem Testsystem anpassen.

Die Anpassung des ADSO-Modus war leider nicht möglich, da dies einen großen Einfluss auf unser Datenmodell gehabt hätte. Also hieß es Zähne zusammenbeißen und in einer Hau-Ruck-Aktion mit vereinten Kräften die Transformationen anzupassen. Leider gab es bei komplexeren Logiken größere Komplikationen, da die ungültigen Regeln gelöscht wurden (und die anderen Systeme aktuell nicht verfügbar waren). Wir konnten alle Probleme lösen und das Projekt mit vertretbarer Verzögerung in die nächste Phase bringen. Das ließ sich allerdings nur durch eine geschlossene Mannschaftsleistung erreichen, wie sie in solchen Projekten unerlässlich und für Inspiricon charakteristisch und selbstverständlich ist.

Unsere Erkenntnis in diesem Projekt war, dass neue Tools immer sehr, sehr spannend aber eben auch fehleranfällig sind. Wir versuchen deshalb neue Themen frühzeitig auf unseren internen Systemen zu testen (aktuell finden Versuche mit Predictive Analytics, Lumira 2.0 sowie SAP Leonardo statt).

Leider kann man nicht alles testen und bestimmte Dinge wie Upgrades oder Migrationen sind doch immer wieder sehr individuell. Wir berücksichtigen das in unseren Projekten, indem wir mit entsprechenden Puffern arbeiten und den Kunden über die Risiken und Chancen eines Upgrades aufklären. Gemeinsam entscheiden wir, welche Strategie für das aktuelle Projekt die Richtige ist.

Autor dieses Beitrags
Jörg Waldenmayer Team Lead Technology
Tel.: +49 (0) 7031 714 660 0
E-Mail: info@inspiricon.de